Ermutigung – wenn deine Worte verborgene Kräfte freisetzen

Ermutigt euch gegenseitig und sprecht euch einander auferbauende Worte zu!

  • 1.Tessalonicher 5,11 (frei übersetzt)

Deine Worte haben Macht! Sie können entweder verborgene Kräfte freisetzen, oder Kräfte ins Verborgene dämpfen.

In diesem Beitrag will ich Dir einen Einblick in eine Möglichkeit geben, die meiner Erfahrung nach, verborgene Kräfte freisetzen kann!

Unser Leben und der Widerstand

Unser Leben ist eine individuelle Geschichte mit Höhen und Tiefen. Manchmal ist es einfach und manchmal ist es schwer. Wenn es mal schwer wird, liegt das an dem Widerstand, der uns in allen Lebensbereichen begegnen kann. Wer in der Schule in Physik aufgepasst hat, konnte das Phänomen des Widerstandes in aller Fülle betrachten (ich erspare mir an dieser Stelle die Ausführungen zu den verschiedenen Widerständen und die positiven Anwendungsgebiete in der Physik und verweise hier auf die Suchmaschine „Google“. Mir geht es hier auch nicht um politischen Widerstand, sondern um einen psychischen bzw. geistlichen Widerstand /Google:hier!).

Sobald du voran gehst, stößt du auf Widerstand. Immer! Der einzige Unterschied dabei ist: manchmal merkst du es mehr und manchmal weniger!

Wenn wir auf Widerstände in unserem Leben stoßen, ist das entweder ein gutes Zeichen, weil wir auf dem richtigen Weg sind, oder ein Zeichen dafür, auf dem falschen Weg zu sein.

Manchnmal haben Widerstände auch absolut gar keinen Sinn. Sie sind einfach da!

Hier will ich uns dazu ermutigen, inne zu halten, zu beten und nachzudenken. Wenn wir glauben, auf dem richtigen Weg zu sein, dann lohnt es sich dran zu bleiben und weiter zu gehen!

Doch das ist nicht immer einfach!

Widerstand und Entmutigung

Leider nimmt mit der Zunahme des Widerstandes auch die Wahrscheinlichkeit zu, durch Entmutigung aufzugeben. Widerstand entmutigt!

Ich glaube, dass viele großartige Projekte, aufgrund des Widerstandes und der daraus resultierenden Entmutigung vorzeitig beendet wurden. Viele dieser Projekte konnten nie ihren Segen und Nutzen für das Reich Gottes oder der Menschheit entfalten, da sie von entmutigten und frustrierten Leitern beendet wurden bevor der Durchbruch da war. Wie Schade!

Widerstand dem Widerstand! 

Das einzige Gegenmittel gegen Widerstand und Entmutigung ist Ermutigung! 

Ermutigung: sich selbst, eine Person oder eine Gruppe durch positiven Zuspruch auferbauen, motivieren, zu bestärken oder wertzuschätzen.

Ziel: die Person dazu zu bringen durchzuhalten, nicht aufzugeben, sich selbst zu lieben und hoffnungsvoller in die Zukunft zu schauen (freie Interpretation von mir; kein Duden).

„Das hast du gut gemacht! Mach weiter so! Ich bin sehr stolz auf dich!“

„Es erstaunt mich immer wieder wie gut du das machst! Vielen Dank dafür! Ich ehre und schätze das wirklich!“

„Gib nicht auf! Es wird sich lohnen! Du hast schon so viel geschafft!“

„Ich sehe, dass du kämpfst! Aber halte durch! Nimm dir etwas Zeit zum Ausruhen und dann geht es weiter! Später wirst du zurückschauen und merken, dass alles halb so schlimm war! Du wirst stolz und glücklich sein!“

Ermutigung ist der Treibstoff den wir brauchen, um in kleinen oder großen Herausforderungen nicht aufzugeben. Je größer die Herausforderung und der damit verbundene Widerstand, desto mehr Ermutigung ist notwendig!

Mangelware Ermutigung ?!

Leider ist Ermutigung oft Mangelware. Warum ist das so? Weshalb haben wir oft Probleme damit, ermutigende Worte zu finden? Meiner Meinung nach kann das an einem oder mehreren der folgenden fünf Gründe liegen:

  1. Unsere Kultur

Wir haben es einfach nie gelernt – „Sowas macht mann halt bei uns nicht.“ Wir kennen die Kraft der Ermutigung nicht und geben uns mit dem Wenigen an Ermutigung, das wir in unserer Kultur haben, zufrieden. So reden wir Deutschen nicht gern über unsere Gefühle. Im Schwabenland gibt es sogar den Ausspruch: „Keine Beschwerden sind Lob genug.“ (auf Schwäbisch: „Ed bruddld isch globt gnuag.“) Wenn jemand etwas gut macht, weshalb soll ich ihn noch durch Lob oder Anerkennung ermutigen? Dahinter steckt eine Mentalität des Geizes und der Selbstsucht. Großzügigkeit im Loben und Ermutigen ist hier das einzige Gegenmittel!

Ermutigung schadet NIE!

2. Eigener Mangel oder persönliche Entmugigung

Wenn wir in einem Prozess sind, in dem wir selbst sehr wenig Ermutigung erfahren, die wir eigentlich bitter nötig hätten, fällt es uns unheimlich schwer andere Menschen ermutigend zu begegnen. Doch hier gilt: Wenn du dich nach Ermutigung sehnst, ermutige die Menschen um dich herum! Somit wirst du eine Kultur der Ermutigung schaffen! (Vergl. Matthäus 7,12)

3. Falsche Demut und Scham 

Manchmal denken wir, dass Ermutigung zu Hochmut führt. Ich sage nicht, dass es nicht so sein kann, jedoch denke ich, dass dies eher die Ausnahme, anstatt die Regel ist. Wenn wir merken, dass jemand zu Selbstgefälligkeit neigt, können wir die Person in Liebe darauf hinweisen. Hochmut bzw. Selbstgefälligkeit führt auch bekanntlich von alleine zum Fall. Aber deshalb lieber nicht zu ermutigen, finde ich gefährlich. Wenn wir uns beim Ermutigen schämen, dann weil wir uns durch das Aussprechen von Ermutigung verletzlich machen, da wir einen Teil unseres Herzens öffnen. Diese Angst gilt es zu überwinden! Beim Ermutigen verlieren wir nichts – stattdessen haben wir einen Mehrgewinn!

Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig ermutigt.

4. Wir sind neidisch oder haben Angst überholt zu werden

Wenn wir sehen, dass jemand Anderes etwas besser kann als wir, neigen wir dazu neidisch zu werden. Neid ist einer von vielen Todfeinden der Ermutigung. Wenn wir neidisch auf andere sind, hilft nur – wer hätte es gedacht – Ermutigung! Wir rücken somit vom Platz des Konkurrenten, an die Stelle des Trainers, des Fans oder des Familienmitglieds (Bruder oder Schwester im Herrn) und werden uns am Schluss gemeinsam über den errungenen Sieg freuen!

Die Wurzel des Neides ist immer fehlende Liebe.

5. Transparenzmangel oder zu wenig Klarheit über die Visionen oder Gefühle des Anderen

Wenn Menschen unsere Vision oder unser Ziel nicht verstehen, kann das auch ein ganz praktischer Grund für fehlende Ermutigung sein. Je transparenter ein Projekt, je mehr wir unsere Gefühle oder Unsicherheit äußern, je ehrlicher wir sind, desto eher folgt die Ermutigung, da die Menschen um uns herum die Widerstände nachvollziehen können, gegen die wir ankämpfen. Ich sage nicht das jeder Entmutigte einen Seelen-Striptease hinlegen muss. Aber Transparenz und ehrliche Aufrichtigkeit in entmutigten Situationen sind wichtig. Rückzug und Isolation bringen hier Niemandem etwas!

Zusammengefasst:

Ermutigung bringt uns nach vorne! Lasst uns in unseren Familien, Gemeinden und an unseren Arbeitsplätzen verschwenderische Ermutiger sein!

HOW2  – Wie es praktisch werden kann:

  • Suche dir eine Person aus deinem engeren Umfeld, von der du weist, dass sie in einer schwierigen Situation ist! Ermutige sie jeden zweiten Tag per WhatsApp, SMS, einem Anruf oder persönlich, indem du sie besuchst. Sprich über ihr aus, dass sie am Ende des dunklen Tals herauskommen wird und mach ihr klar, dass sie nicht alleine ist! Ich verspreche dir, du wirst etwas Tolles erleben!
  • Wenn du in einer Kirchengemeinde als ehrenamtlicher oder vollzeitlicher Mitarbeiter arbeitest, dann bete intensiv für deine Leiter, beziehe das Gebet für deine Leiter, Pastoren oder Pfarrer in deine „Stille Zeit“ mit ein und stärke ihnen dadurch den Rücken! Spare nicht mit Lob und Ermutigung! Leiter haben es nie leicht und kämpfen mit Zweifel oder Ängsten! Das ist normal! Ermutigung ist für jeden Leiter überlebenswichtig und fördert den Wachstum der Gemeinde!
  • Wenn du Leiter einer Gruppe, eines Teams oder einer Mannschaft bist, dann nimm dir vor dem Start zwei Minuten Zeit, um deine Leute zu ermutigen! Selbst wenn sie dich belächeln werden, sie werden ermutigt sein! Überwinde die Scham und setze mit deinen Worten verborgene Kräfte frei! 

Seid ermutigt zur Ermutigung! Euer Jonas Reinöhl

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One thought on “Ermutigung – wenn deine Worte verborgene Kräfte freisetzen

  1. Danke für diesen wertvollen Beitrag Jonas! Ja, Ermutigung ist so wichtig und es ist deutlich etwas anders als ein Lob. Ein Lob bewertet! Ermutigung stärkt auf dem Weg zum Ziel, sie feuert an, sie weckt Reserven und Leidenschaft und baut auf. Ermutigung ist nicht abhängig vom Ergebnis meiner Aktion, bei Ermutigung geht es um das SEIN – NICHT um das Tun oder den Erfolg!
    LG Susanne

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