Am Limit

Das Leben ist eine herausfordernde Geschichte.

Du wirst nicht gefragt, ob du auf diese Welt kommen willst, sondern du wirst auf eine wundervolle Art und Weise von zwei (hoffentlich) sich liebenden Menschen gezeugt. Du entstehst aus zwei winzigen, sich auf wundersame Weise vermehrenden, Verbünden von Zellen, die während eines Liebesaktes zweier Menschen aufeinandertreffen.

Irgendwann formen sich diese Zellen zu einem neuen Menschen, mit eigenem Charakter, mit individuellem Gesicht, mit individueller DNA – zu einem völlig neuen Ebenbild Gottes! Ein Wunder geschieht:

Plötzlich bist DU am Leben!

Dieses Leben bringt, neben allen Schönheiten dieser Welt, auch Herausforderungen und Leid mit sich. Herausforderungen, die du in deinem individuellen Leben auf individuelle Art und Weise zu lösen hast.

Dir begegnet Leid, das dir in deiner Individualität ganz individuell geschieht. Auch wenn es anderen auch schlecht gehen sollte, nimmst nur du dein persönliches Leid, so wie niemand sonst um dich herum, wahr.

Auf diese Herausforderungen und auf dieses Leid musst du reagieren. Niemand fragt, ob du das willst. Du musst es einfach tun. Und in dieser Reaktion oder diesem Lösungsprozess kann es durchaus vorkommen, dass du an die Grenzen deiner Möglichkeiten und Kräfte kommst. Es ist sogar ziemlich wahrscheinlich, dass du früher oder später an deine persönliche Grenze kommst. Dann bist du an deinem Limit. An deiner persönlichen Grenze deiner Kraft.

So wie ich.

An seinem persönlichen Limit angekommen, versteht man, wie klein man in Wirklichkeit doch ist. Dass wir nicht Gott sind, dass unsere Kraft und unsere Mittel auch erschöpft sein können. Und wir stellen uns zwangsläufig die Frage, ob sich unsere Investitionen in die Dinge dieses Lebens auch wirklich lohnen. Und das ist völlig okay!

Auf die Ursachen oder Gründe, weshalb wir an unserem Limit angelangt sind, will ich in diesem Beitrag nicht näher eingehen, auch wenn das Erkennen der Treiber und Lügen in deinem Leben wichtig für eine Lebensänderung ist. Im Moment ist mir etwas anderes wichtig:

Wenn du am Limit bist, bist du am Limit! Punkt!

Diese Akzeptanz des Limits ist in unserer Gesellschaft schwer. Wer an seinem Limit angelangt ist, hat versagt. Er war nicht stark genug, war zu weich oder zu dumm. Was für eine Lüge!

Diese Lüge treibt viele Menschen dazu, ständig über ihr Limit zu leben. Durch diesen Lebensstil setzen sie ihre Gesundheit, ihre Familie oder andere Dinge aufs Spiel. Manche bezahlen am Schluss sogar mit ihrem Leben. Lügen können uns so lange treiben, bis wir völlig erschöpft und im schlimmsten Fall tot zusammenbrechen.

In der Bibel lesen wir viele Geschichten von Menschen, die an ihre persönlichen Grenzen gestoßen sind! Und der Umgang mit unseren Grenzen lässt sich für mich in fünf Punkte zusammenfassen.

  1. Akzeptiere es, dass du an deiner Grenze angekommen bist und kapituliere!

Es ist völlig okay, dass du an deinem Limit angekommen bist. Du hast viel geleistet und deine Kraft ist jetzt aufgebraucht. Du bist genauso limitiert und begrenzt wie alle anderen Menschen auf der Welt. Kapituliere in Frieden!

  1. Gönn dir eine Pause und verdamme dich nicht!

Jetzt ist es wichtig, innezuhalten und Pause zu machen. Schwäche ist keine Schande und Selbstverdammnis oder Selbstanklage machen alles nur noch schlimmer! Gib dir Gnade!

  1. Suche die Nähe zu Gott und warte auf Ihn!

Das einzige Wesen in unserem Universum, das nicht limitiert ist und über unerschöpfliche Kraft und Fülle verfügt, ist Gott. In seiner Nähe wirst du das finden, was du brauchst. Wenn du Gott als liebenden Vater im Himmel hast, wirst du die Ruhe finden, die du brauchst. Das ist jedoch nicht immer so einfach wie es klingt. Aber vertraue auf Ihn!

  1. Umgib dich mit Menschen, die dich verstehen und rede darüber!

An deinem Limit angekommen ist es wichtig ehrlich zu sein. Suche dir Menschen, die dich verstehen. Manchmal ist auch der Weg zu einem Arzt, Psychologen oder einem Seelsorger gut und richtig, aber Einsamkeit und Introvertiertheit sind in diesem Prozess unpassend. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es mehr Menschen gibt, die Ähnliches erlebt haben, als wir denken. Und in dieser Zeit ist ein Freund, der dich versteht und mit dem du eine ehrliche Herzensbeziehung pflegen kannst, Gold wert! Glaube mir! Ich darf das erleben!

  1. Ändere dein Tempo, aber bleibe nach einer ausreichenden Pause nicht stehen.

Jede Erfahrung mit seiner persönlichen Grenze bietet genug Gründe, um alles hinzuschmeißen. Und eine Reflektion ist gut. Frage auch Gott, ob das, was dich an dein Limit gebracht hat, noch für dich dran ist. Aufgabe sollte jedoch immer gut überlegt sein. In der Regel kann es auch sein, dass dein Tempo zu hoch war und dass in diesem Fall weniger mehr sein kann. Prüfe das für dein Leben. Ich glaube, wir stehen in diesen Situationen nicht selten vor einem Durchbruch, da WIR auf einmal nicht mehr die Kraft sind, auf die wir vertrauen, sondern durch unsere Kapitulation mehr als je zuvor auf Gottes Kraft hoffen.

Ich bin mir bewusst, dass die Punkte sich unglaublich einfach anhören, in der Situation selbst jedoch extrem herausfordernd sind. Ich selbst bin hier auch noch in einem Lernprozess und nur Gott weiß, wie lange solch ein Prozess dauert. Aber ich habe Mut und glaube, dass in der Tiefe dieser Erfahrung auch ein Schatz verborgen liegt und wir stärker aus solch einem Prozess gehen als wir hineingekommen sind.

Zum Schluss will ich dir noch einen Bibelvers aus Jesaja 40,30-31 mit auf deinen Weg geben, der mich selbst immer wieder ermutigt:

Die Jungen werden müde und matt, junge Männer stolpern und stürzen. Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft, sie bekommen Flügel wie Adler. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt.

Sei ermutigt! Gott Segne Dich!

Dein Jonas Reinöhl

 

Sei Still!

Es ist März, so langsam kommt der Frühling – wie jedes Jahr. Wir rechnen fest damit, dass es so wird wie jedes Jahr. Der Ablauf wird vermutlich so sein wie immer. Die Blumen gehen auf, die Vögel kommen wieder, das neue Leben, welches der Frühling mit sich bringt, wirkt dem Trübsal des Winters entgegen.

Die Natur erhebt sich wieder aus ihrem Winterschlaf und tut das, was sie am besten kann und wofür sie geschaffen wurde: sie wächst, gedeiht und bringt Frucht.

Je länger ich beim Schreiben über dieses „normale“ Ereignis nachdenke,desto mehr Ehrfurcht ergreift mich über dieses phänomenale Schauspiel, dem ich als Mensch dankend ausgesetzt bin. Was wäre, wenn es mal nicht so wäre? Was hat sich Gott dabei gedacht, als er den Frühling schuf? Ich muss schmunzeln, da ich merke, dass ich beim Nachdenken wieder über ein großes Geheimnis Gottes gestoßen bin.

Die Möglichkeit der künstlerischen Interpretationen des Frühlings ist wohl grenzenlos. Die Gedichte und Schriften über die Schönheit des Frühlings sind nicht mehr zu zählen. Und genau diese Schönheit der Schöpfung ist es, die Evolutionstheoretiker auch noch heute vor ein unlösbares Rätsel stellt.

Schönheit ist nicht logisch, Schönheit ist überflüssig und anscheinend nutzlos. Doch wenn wir der Schönheit nachfühlen, merken wir doch, dass etwas in uns darauf anspricht, sodass wir uns freuen, staunen, aufatmen und die Schönheit genießen.

Und das alles, obwohl wir dafür keine Minute gearbeitet haben.

Das Leben verbirgt, bei all den Herausforderungen, vor denen wir als Menschen in einer gefallen Welt stehen, auch eine Fülle der Schönheit. Eine Schönheit, für die wir nichts geleistet haben, eine Schönheit, die uns als Teil der Schöpfung mit einbezieht.

Gott hat die Schöpfung zu einem guten Ende gebracht. Doch nicht nur zu einem guten Ende, sondern ebenso zu einem Schönen – auch wenn diese Schönheit durch den Sündenfall angefochten wird.

Trotzdem, oder besser gesagt, genau deshalb bete ich, dass wir im kommenden Monat,  im Anbruch des Frühlings, immer wieder Momente finden, um die Schönheit der Schöpfung zu genießen.

Und ich bete, dass dieser Genuss uns zum Lobpreis und zur Anbetung Gottes überleitet.

In Psalm 46, Vers 11 lesen wir:

Sei still, und erkennt, dass ich Gott bin; ich werde erhöht sein unter den Nationen, erhöht auf der Erde!

Für mich ist die Schönheit der Schöpfung ein Grund mehr, Gott zu loben. Es ist jedoch sehr wichtig, dass wir vorher einmal „ablassen“ von allem, was uns treibt und beschäftigt, um zu erkennen, dass ER Gott ist.

Wenn du möchtest, kannst du noch das folgende Gebet für dich selbst in deiner stillen Zeit beten:

Vater, ich danke Dir, dass Deine Werke voller Schönheit sind und dass Du mich schön geschaffen hast! Lass mich erkennen, wie Du mich siehst, und dass die Schönheit, die Du in die Welt gelegt hast, auch in mir selbst zu entdecken ist, auch wenn ich es oft nicht glaube. Gib mir einen neuen Blick für Deine Schönheit, und lass mich die Ruhe im Alltag finden, um zu erkennen das DU Gott bist und Dir alle Ehre gebührt. Vor allem in dieser wertvollen Frühlingszeit. Dir sei Lob, Ehre und Anbetung.

Halleluja! Amen.