Provozierender Liebesbrief

Vor einiger Zeit hat die „Lies!“-Kampagne der Salafisten zu Verwunderung und Verunsicherung geführt. Das Ziel dieser Kampagne war es, jeden deutschen Haushalt mit einem Koran zu „bestücken„. Ein Koran in Deutschland? Das kann nicht sein! Gehört da nicht eigentlich eine Bibel hin?!

Meiner Meinung nach sind die Zeiten, in denen die Bibel zur Standardliteratur des Bürgers gehörte, vorbei. Ich hab es selbst erlebt, dass sie als „von Menschen gemachtes“ Buch verstaubt oder ihren Platz im Haushalt an ein Kochbuch verloren hat.

Für uns Christen ist das eine herbe Angelegenheit, da das Wort Gottes allein durch seine eigene Dynamik „nur“ durch das Lesen viele Menschen zum Glauben geführt hat. Doch wer es nicht liest, kann auch nichts davon erfahren. Oder doch?

In 2. Korinther 3 schreibt Paulus, dass wir ein Brief Christi sind, der von allen Menschen gelesen wird; nicht nur von denen die eine Bibel haben, sondern von allen Menschen!

Wenn die Menschen schon nicht in der Bibel Gottes Botschaft lesen, dann eben in uns.

„Unser Brief seid ihr, eingeschrieben in unsere Herzen, erkannt und gelesen von allen Menschen; von euch ist offenbar geworden, das ihr ein Brief Christi seid, ausgefertigt von uns im Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf Tafeln, die fleischerne Herzen sind.“

Du bist ein Brief Christi, gelesen von allen Menschen!

Stell Dir das mal bildlich vor: auf Deinem Rücken klebt Dein Leben lang ein Zettel, den jeder, der mit Dir täglich zu tun hat, lesen könnte. Dieser Zettel zeugt von Deinem Verhalten in verschiedenen Situationen Deines Lebens. Das ist es nämlich, was in der Welt gelesen wird, Dein Verhalten.

Auf Dein Verhalten kommt es an.

Die spannende Frage an dieser Stelle ist, was für ein Brief bist Du? Bist Du ein „Theologisches Mahntraktat„, das den Menschen um Dich herum ein schlechtes Gewissen macht? Oder bist Du ein Liebesbrief Gottes an seine Kinder, die sich in der Dunkelheit der Welt verirrt haben und nach einem Ausweg suchen, den nur ihr Vater im Himmel geben kann?
Auch wenn es wichtig ist, sich gegenseitig auf Sünde hinzuweisen, ist ein provokantes Gemecker über die Fehler anderer oft kontraproduktiv als nützlich für das Reich Gottes. Der Heilige Geist ist letztendlich derjenige, der die Herzen der Menschen von Sünder überführt, nicht Du!

Was wirklich provokant in unserer Gesellschaft sein kann, ist die verschwenderische Nächstenliebe, die in unserem Glauben, in unserem Leben und in unserem Verhalten Gestalt annehmen kann. Denn es gibt nichts auf der Welt an dem es so mangelt, wie an der Liebe!

Liebe ist die Mangelware Nr.1 in unserer Welt!

Und genau da setzt auch Paulus in Epheser 5, 1+2 an, wenn er schreibt: „Sei nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder! Und wandelt in Liebe, wie auch Christus uns geliebt […] hat.

Wandeln wir in unserem Alltag in Liebe?

Wenn ich ehrlich auf mein Leben schaue dann merke ich, dass ich eben oft nicht in „Liebe wandle„. Die Fehler an anderen Menschen fallen mir auf und ich ärgere mich oft darüber. Anstatt den Vorteil Anderer zu suchen, suche ich meinen Eigenen.

Wenn wir dazu das Gleichnis des verlorenen Sohnes betrachten fühle ich mich eher wie der ältere Bruder, der grimmig seinen Vater auf die schlimmen Dinge des jüngeren Bruders hinweist, als die Liebe des Vaters für den Sünder, der umkehrt, zu teilen. Das „Ältere-Bruder-Syndrom“ ist meiner Meinung nach ein Hauptgrund dafür, dass Menschen die Kirche verabscheuen, weil sie durch die Lieblosigkeit von Christen tief verletzt wurden, statt Vergebung und Heilung zu erfahren. „Wenn die so sind, möchte ich nichts mit ihnen zu tun haben.

Es geht mir hier nicht darum, Sünde zu verharmlosen oder gar mit dem Schwamm der Liebe jedes Verhalten zu rechtfertigen. Mir geht es darum, dass bußfertige Menschen von rechthaberischen Christen regelrecht verscheucht werden können, wenn sie nicht in Liebe wandeln.

Gott freut sich immer um einen Sünder, der umkehrt und sucht immer nach dem verlorenen Schaf!

Die Sünde der Welt ist also nicht Gottes Problem – er hat es ja durch Jesus Christus gelöst – sondern Unseres. Die Liebe zu unserem Nächsten wird oft von unserer Moral blockiert. Doch weshalb haben wir mit Nächstenliebe so ein Problem?

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.“ Dies ist das größte erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Matthäus 22, 36+37

[…] WIE DICH SELBST!

Ich behaupte, dass wir nicht verstanden haben, das wir nur in dem Maße andere Menschen lieben können, wie wir uns selbst lieben.

Deine Nächstenliebe ist abhängig von Deiner Selbstliebe; Selbstliebe ist die Voraussetzung für Nächstenliebe.

Wenn wir ein Problem mit der Liebe zu anderen Menschen haben und uns fragen, weshalb wir uns mit anderen so schwer tun, müssen wir uns eine Frage stellen: Lieben wir uns selbst? Und wenn wir merken, dass wir ein Problem mit der Liebe zu uns selbst haben, dann ist es selbstverständlich, dass wir ein Problem mit der Nächstenliebe haben. Es steht nämlich nicht, das wir unseren Nächsten MEHR LIEBEN sollen als uns selbst. Und die Reise zur Selbstliebe ist eine spannende und tiefe Reise in unser Herz und an das Herz des Vaters.

 

Gebet:

Vater, ich bitte dich zu verstehen was es heißt dich und mich zu lieben. Heiliger Geist hilf mir zu begreifen wie du mich siehst, damit ich verstehe wie du meine Mitmenschen siehst und hilf mir zu einem dienlichen „Brief“ Christi zu werden.

In Jesu Namen, Amen.

Euer

Blogbeitrag zu Predigt 20.08.2017

Zum Palmsonntag – Jesus bringt Veränderung

Es ist Palmsonntag.

An Palmsonntag gedenken wir dem feierlichen Einzug Jesu nach Jerusalem. Ich beziehe mich auf den Bericht von Matthäus, auf das Matthäusevangelium – genauer gesagt auf Matthäus 21, 1-11.

Jesus kommt nach Jerusalem, erfüllt durch seinen Einzug auf einem Esel das prophetische Wort, das Sacharja ca.500 Jahre davor prophezeite und stellt dadurch den Messiasanspruch (Sacharja 9, 9): „Hier bin ich, der Messias!“

Das alles zu einer Zeit, in der Tausende von Menschen in Jerusalem aufgrund des Passahfestes waren. Dass dies weniger ein gemütlicher Einzug, als vielmehr eine provokante und aufsehenerregende Situation wurde, sehen wir in Matthäus 21, 10. Dort heißt es:

Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt […].

Dass Jesus einzieht, wird in vielen Predigten erwähnt. Es gibt ausgezeichnete Predigten von Kollegen, die all die vielen wertvollen Einzelheiten des Textes auslegen, auf die ich in diesem Beitrag weniger eingehen werde.

Ich will mich vielmehr mit einer anderen Sache beschäftigen. Und zwar damit, dass Jesus als erstes den Tempel reinigte, nachdem er feierlich eingezogen war (nachzulesen in Matthäus 21, 12-16).

Warum räumt Jesus nach seinem Einzug erstmal im Tempel auf?

Jesus jagt die Händler aus dem Tempel

12 Dann ging Jesus in den Tempel, jagte alle Händler und Käufer hinaus, stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer um
13 und rief ihnen zu: »Ihr wisst doch, was Gott in der Heiligen Schrift sagt: ›Mein Haus soll ein Ort des Gebets sein‹,2 ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus!«
14 Noch während Jesus im Tempel war, kamen Blinde und Gelähmte zu ihm, und er heilte sie.
15 Als die obersten Priester und die Schriftgelehrten seine Wundertaten sahen und die Kinder bemerkten, die auch noch im Tempel riefen: »Gelobt sei der Sohn Davids!«, wurden sie wütend
16 und fragten Jesus: »Hörst du eigentlich, was die Kinder da schreien?« »Ja, ich höre es«, antwortete Jesus. »Habt ihr denn nie gelesen: ›Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge lässt du dein Lob erklingen‹3
17 Damit ließ er sie stehen und ging aus der Stadt nach Betanien, um dort zu übernachten.

 

Ganz offensichtlich war der Tempel zu diesem Zeitpunkt in einem Zustand, der Jesus wütend gemacht hat. Weshalb sonst sollte Jesus dort „säubern“?

Wichtig ist mir, dass Jesus den Tempel von innen heraus säubert. Er stellt sich nicht außen hin und macht Randale, nein! Er wirkt von innen nach außen! Aber weshalb tut er das? Alles was wir wissen ist, dass Jesus den Tempel wieder zu einem „Bethaus“ machen will.

In Vers 13/14 lesen wir: „Es steht geschrieben (Jesaja 56, 7): »Mein Haus soll ein Bethaus heißen; ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus«. Und es kamen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel, und er heilte sie“.

Hat Jesus ein grundsätzliches Interesse daran,
Dinge wieder in einen gottgewollten Zustand zu bringen?

Jesus kommt nicht nach Jerusalem und lässt sich feiern, sondern er räumt auf! Er räumt im Tempel auf und in den Leben der Blinden und Lahmen, die er von dem Zustand „krank“, der nicht im Willen Gottes ist (Jesus wirkt nicht wider den Willen des Vaters) in den Zustand „heil“ verändert. Ich sage nicht, dass Krankheit von Gott nicht genutzt werden kann. Aber Krankheit kommt nicht von Gott! Denn Jesus hat großes Interesse daran, Dinge wieder in einen gottgewollten, heilen Zustand zu bringen! Er kam auf diese Welt, um den Zustand der Welt zu verändern!

Diese Veränderung wirkt sich auf Dinge aus wie:

Situationen – Umstände – Charakter – Regionen – Uns!

„Jesus will uns von innen heraus – durch den Heiligen Geist – zu den Menschen machen, die wir wirklich sind, um der Welt zu zeigen wer er wirklich ist.

Wenn wir ein Leben mit Jesus beginnen, wenn er in unser Leben einzieht, dann sind wir erlöst, heilig und vieles mehr. Aber das ist alles erst der Anfang!

Jesus will uns nicht nur erlösen, er will uns verändern!

Wenn wir mit Jesus leben, dann müssen wir uns auf Veränderung einstellen. Auf eine positive Veränderung! Jesus kommt in unser Leben, schenkt uns Freiheit, Zugang zu Gott und ewiges Leben – und will uns verändern!

Liebe ist unsere Motivation,
der Heilige Geist die Kraft,
Veränderung das Ziel.

Die Frage ist nur, wollen wir das? Wollen wir durch den Heiligen Geist verändert werden? Wenn wir verändert sind, wird die Welt diese Veränderung wahrnehmen! Sie wird von dieser Veränderung angezogen werden, weil wir ein Abbild davon sind, was Gott auf dieser Erde tun will! Ich sage nicht, dass wir trotz der Veränderung keine Fehler mehr machen werden, aber ich denke, dass wir mit Gottes Hilfe und einer inneren Transformation, ein Leben führen können, an dem die Welt erkennt, dass es einen Vater im Himmel gibt, der sie liebt.

Die Transformation der Welt durch uns ist ein Teil des „Reich Gottes“. Wir verändern durch die Kraft des Heiligen Geistes die Welt, damit die Welt das Reich Gottes und Gott selbst erkennt.

Wenn du willst kannst du folgendes Gebet sprechen:

Jesus, ich will dich einladen, mich durch die Kraft des Heiligen Geistes zu dem zu machen, der ich in deinen Augen bin – um der Welt zu zeigen wer du bist! Ich weiß nicht, wie du das machen wirst, aber ich wünsche mir, dass du es tust. Ich will dein Reich auf dieser Erde mit deiner Hilfe bauen. Dein Reich komme!

Amen

Gottes Segen! Euer Jonas Reinöhl

Blogbeitrag zur Predigt 09.04.2017 in der EFG-Kirchheim Teck 

Warum schreibst Du?

Ich schreibe, weil ich nicht rechnen kann. Ich war noch nie gut in Mathematik – dann bleibt ja nur noch Deutsch! Nein Spaß. Ich war in Rechtschreibung auch nie gut … aber es wird besser! Wenn du also mal einen Fehler finden solltest, lass mir doch ein Kommentar da und ich werde ihn beheben.

Der eigentliche Grund ist, dass ich in den letzten Jahren sehr viel erlebt habe und mein Leben dadurch enorm an Tiefe gewann.

Mein Leben hat sich am 28.03.2014 komplett verändert. An diesem Nachmittag starb mein Vater völlig unerwartet. Ab diesem Tag war nichts mehr so, wie es vorher einmal war.

Auf ein Mal bist du erwachsen, hast Verantwortung und stellst dir Fragen des Lebens, die du dir vorher nie gestellt hast!

In diesen letzten Jahren musste bzw. durfte ich unglaublich viel lernen und erfahren.

Mein Glaube hat mir geholfen nicht aufzugeben und weiter zu machen – und das tut er bis heute!

Über meinen Glauben zu schreiben hilft mir Dinge zu ordnen und nicht zu vergessen. Und ich bete, dass meine Gedanken und Erfahrungen auch Dir Mut machen!

Deshalb schreibe ich.

Dein Jonas Reinöhl

 

Ermutigung – wenn deine Worte verborgene Kräfte freisetzen

Ermutigt euch gegenseitig und sprecht euch einander auferbauende Worte zu!

  • 1.Tessalonicher 5,11 (frei übersetzt)

Deine Worte haben Macht! Sie können entweder verborgene Kräfte freisetzen, oder Kräfte ins Verborgene dämpfen.

In diesem Beitrag will ich Dir einen Einblick in eine Möglichkeit geben, die meiner Erfahrung nach, verborgene Kräfte freisetzen kann!

Unser Leben und der Widerstand

Unser Leben ist eine individuelle Geschichte mit Höhen und Tiefen. Manchmal ist es einfach und manchmal ist es schwer. Wenn es mal schwer wird, liegt das an dem Widerstand, der uns in allen Lebensbereichen begegnen kann. Wer in der Schule in Physik aufgepasst hat, konnte das Phänomen des Widerstandes in aller Fülle betrachten (ich erspare mir an dieser Stelle die Ausführungen zu den verschiedenen Widerständen und die positiven Anwendungsgebiete in der Physik und verweise hier auf die Suchmaschine „Google“. Mir geht es hier auch nicht um politischen Widerstand, sondern um einen psychischen bzw. geistlichen Widerstand /Google:hier!).

Sobald du voran gehst, stößt du auf Widerstand. Immer! Der einzige Unterschied dabei ist: manchmal merkst du es mehr und manchmal weniger!

Wenn wir auf Widerstände in unserem Leben stoßen, ist das entweder ein gutes Zeichen, weil wir auf dem richtigen Weg sind, oder ein Zeichen dafür, auf dem falschen Weg zu sein.

Manchnmal haben Widerstände auch absolut gar keinen Sinn. Sie sind einfach da!

Hier will ich uns dazu ermutigen, inne zu halten, zu beten und nachzudenken. Wenn wir glauben, auf dem richtigen Weg zu sein, dann lohnt es sich dran zu bleiben und weiter zu gehen!

Doch das ist nicht immer einfach!

Widerstand und Entmutigung

Leider nimmt mit der Zunahme des Widerstandes auch die Wahrscheinlichkeit zu, durch Entmutigung aufzugeben. Widerstand entmutigt!

Ich glaube, dass viele großartige Projekte, aufgrund des Widerstandes und der daraus resultierenden Entmutigung vorzeitig beendet wurden. Viele dieser Projekte konnten nie ihren Segen und Nutzen für das Reich Gottes oder der Menschheit entfalten, da sie von entmutigten und frustrierten Leitern beendet wurden bevor der Durchbruch da war. Wie Schade!

Widerstand dem Widerstand! 

Das einzige Gegenmittel gegen Widerstand und Entmutigung ist Ermutigung! 

Ermutigung: sich selbst, eine Person oder eine Gruppe durch positiven Zuspruch auferbauen, motivieren, zu bestärken oder wertzuschätzen.

Ziel: die Person dazu zu bringen durchzuhalten, nicht aufzugeben, sich selbst zu lieben und hoffnungsvoller in die Zukunft zu schauen (freie Interpretation von mir; kein Duden).

„Das hast du gut gemacht! Mach weiter so! Ich bin sehr stolz auf dich!“

„Es erstaunt mich immer wieder wie gut du das machst! Vielen Dank dafür! Ich ehre und schätze das wirklich!“

„Gib nicht auf! Es wird sich lohnen! Du hast schon so viel geschafft!“

„Ich sehe, dass du kämpfst! Aber halte durch! Nimm dir etwas Zeit zum Ausruhen und dann geht es weiter! Später wirst du zurückschauen und merken, dass alles halb so schlimm war! Du wirst stolz und glücklich sein!“

Ermutigung ist der Treibstoff den wir brauchen, um in kleinen oder großen Herausforderungen nicht aufzugeben. Je größer die Herausforderung und der damit verbundene Widerstand, desto mehr Ermutigung ist notwendig!

Mangelware Ermutigung ?!

Leider ist Ermutigung oft Mangelware. Warum ist das so? Weshalb haben wir oft Probleme damit, ermutigende Worte zu finden? Meiner Meinung nach kann das an einem oder mehreren der folgenden fünf Gründe liegen:

  1. Unsere Kultur

Wir haben es einfach nie gelernt – „Sowas macht mann halt bei uns nicht.“ Wir kennen die Kraft der Ermutigung nicht und geben uns mit dem Wenigen an Ermutigung, das wir in unserer Kultur haben, zufrieden. So reden wir Deutschen nicht gern über unsere Gefühle. Im Schwabenland gibt es sogar den Ausspruch: „Keine Beschwerden sind Lob genug.“ (auf Schwäbisch: „Ed bruddld isch globt gnuag.“) Wenn jemand etwas gut macht, weshalb soll ich ihn noch durch Lob oder Anerkennung ermutigen? Dahinter steckt eine Mentalität des Geizes und der Selbstsucht. Großzügigkeit im Loben und Ermutigen ist hier das einzige Gegenmittel!

Ermutigung schadet NIE!

2. Eigener Mangel oder persönliche Entmugigung

Wenn wir in einem Prozess sind, in dem wir selbst sehr wenig Ermutigung erfahren, die wir eigentlich bitter nötig hätten, fällt es uns unheimlich schwer andere Menschen ermutigend zu begegnen. Doch hier gilt: Wenn du dich nach Ermutigung sehnst, ermutige die Menschen um dich herum! Somit wirst du eine Kultur der Ermutigung schaffen! (Vergl. Matthäus 7,12)

3. Falsche Demut und Scham 

Manchmal denken wir, dass Ermutigung zu Hochmut führt. Ich sage nicht, dass es nicht so sein kann, jedoch denke ich, dass dies eher die Ausnahme, anstatt die Regel ist. Wenn wir merken, dass jemand zu Selbstgefälligkeit neigt, können wir die Person in Liebe darauf hinweisen. Hochmut bzw. Selbstgefälligkeit führt auch bekanntlich von alleine zum Fall. Aber deshalb lieber nicht zu ermutigen, finde ich gefährlich. Wenn wir uns beim Ermutigen schämen, dann weil wir uns durch das Aussprechen von Ermutigung verletzlich machen, da wir einen Teil unseres Herzens öffnen. Diese Angst gilt es zu überwinden! Beim Ermutigen verlieren wir nichts – stattdessen haben wir einen Mehrgewinn!

Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig ermutigt.

4. Wir sind neidisch oder haben Angst überholt zu werden

Wenn wir sehen, dass jemand Anderes etwas besser kann als wir, neigen wir dazu neidisch zu werden. Neid ist einer von vielen Todfeinden der Ermutigung. Wenn wir neidisch auf andere sind, hilft nur – wer hätte es gedacht – Ermutigung! Wir rücken somit vom Platz des Konkurrenten, an die Stelle des Trainers, des Fans oder des Familienmitglieds (Bruder oder Schwester im Herrn) und werden uns am Schluss gemeinsam über den errungenen Sieg freuen!

Die Wurzel des Neides ist immer fehlende Liebe.

5. Transparenzmangel oder zu wenig Klarheit über die Visionen oder Gefühle des Anderen

Wenn Menschen unsere Vision oder unser Ziel nicht verstehen, kann das auch ein ganz praktischer Grund für fehlende Ermutigung sein. Je transparenter ein Projekt, je mehr wir unsere Gefühle oder Unsicherheit äußern, je ehrlicher wir sind, desto eher folgt die Ermutigung, da die Menschen um uns herum die Widerstände nachvollziehen können, gegen die wir ankämpfen. Ich sage nicht das jeder Entmutigte einen Seelen-Striptease hinlegen muss. Aber Transparenz und ehrliche Aufrichtigkeit in entmutigten Situationen sind wichtig. Rückzug und Isolation bringen hier Niemandem etwas!

Zusammengefasst:

Ermutigung bringt uns nach vorne! Lasst uns in unseren Familien, Gemeinden und an unseren Arbeitsplätzen verschwenderische Ermutiger sein!

HOW2  – Wie es praktisch werden kann:

  • Suche dir eine Person aus deinem engeren Umfeld, von der du weist, dass sie in einer schwierigen Situation ist! Ermutige sie jeden zweiten Tag per WhatsApp, SMS, einem Anruf oder persönlich, indem du sie besuchst. Sprich über ihr aus, dass sie am Ende des dunklen Tals herauskommen wird und mach ihr klar, dass sie nicht alleine ist! Ich verspreche dir, du wirst etwas Tolles erleben!
  • Wenn du in einer Kirchengemeinde als ehrenamtlicher oder vollzeitlicher Mitarbeiter arbeitest, dann bete intensiv für deine Leiter, beziehe das Gebet für deine Leiter, Pastoren oder Pfarrer in deine „Stille Zeit“ mit ein und stärke ihnen dadurch den Rücken! Spare nicht mit Lob und Ermutigung! Leiter haben es nie leicht und kämpfen mit Zweifel oder Ängsten! Das ist normal! Ermutigung ist für jeden Leiter überlebenswichtig und fördert den Wachstum der Gemeinde!
  • Wenn du Leiter einer Gruppe, eines Teams oder einer Mannschaft bist, dann nimm dir vor dem Start zwei Minuten Zeit, um deine Leute zu ermutigen! Selbst wenn sie dich belächeln werden, sie werden ermutigt sein! Überwinde die Scham und setze mit deinen Worten verborgene Kräfte frei! 

Seid ermutigt zur Ermutigung! Euer Jonas Reinöhl

Mein Trauerpsalm zum dritten Todestag meines Vaters

Trauerpsalm von Jonas Reinöhl

 

Tod

Was bist Du?

Wer bist Du?

Bist Du überhaupt?

 

Vielleicht bist Du auch gerade nicht

und das macht Dich ja so grausam, dass Du das „nicht mehr Sein“ bist!

Das Ende!

 

Wie kann etwas, das war, ja wahrhaftig war, auf einmal nicht mehr sein?

 

Ohnmacht umgibt Dich und Trauer ist Dein Gewand!

Klagen, Zittern und Zorn begleiten Dich!

Flehen und Bangen gehen Dir voran!

 

Was bist Du?

Bist Du überhaupt?

Woher kommst Du?

Wohin gehst Du?

Warum hast Du kein Erbarmen und nimmst was nicht Dein ist?

 

Oder sind wir letztendlich doch Dein?

Sind wir Dein ab dem Tag, an dem wir sind?

Heißt „Sein“ am Schluss auch „nicht mehr Sein“?

 

Ohnmacht umgibt Dich und Tauer ist Dein Gewand!

Klagen, Zittern und Zorn begleiten Dich!

Flehen und Bangen gehen Dir voran!

 

Doch! Halt!

 

Ich hörte, einer hat Dich besiegt!

Einer, der nicht blieb,

der nicht mehr im Grabe liegt!

Auferstanden sagen sie!

In den Himmel aufgefahren sagen sie!

Er sitzt zur Rechten Gottes sagen sie!

 

Und dass wir Ihm folgen können.

 

Durch Glauben an Ihn!

 

Glanz umgibt Ihn und Freude ist sein Gewand!

Den Einen, den man damals in einer Krippe fand!

Geboren von einer Jungfrau!

Hohepriester!

Wunderrat!

Friedefürst!

Gottes Sohn!

 

Der auf diese Welt kam, so dass dem Sein kein Ende mehr ist!

Durch Ihn!

Durch Jesus Christus!

TOD! DU BIST NICHT MEHR!

 

Jesus Christus spricht: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist.“ – Johannes 11,25

 W.Reinöhl 21.05.1961 – 28.03.2014

* niemals vergessen, für immer geliebt, auf ein Wiedersehen im Himmel *

Ohne Einheit

Jeder Staat geht unter, wenn die Machthaber miteinander im Streit liegen. Und keine Stadt und keine Familie kann bestehen, wenn die Menschen miteinander im Streit liegen. Matthäus 12;25

Streit in den eigenen Reihen führt früher oder später zum Untergang.

Egal ob Staat, Stadt oder Familie – wo Menschen miteinander im Streit liegen ist der Untergang nicht mehr weit.

Jesus zeigt in diesem Satz auf, dass dieses Prinzip nicht nur für große Systeme gilt, sondern bis in das kleine System der Familie heruntergebrochen werden kann.

Überall wo Leitung und Führung notwendig ist, überall wo Ziele definiert und Menschen geführt werden müssen, überall wo Menschen miteinander Leben teilen, überall dort entsteht auch Streit.

Ich denke nicht, dass der Konflikt selbst das Problem ist. Konflikte kann man lösen. Wenn ein Konflikt jedoch nicht gelöst wird, wir im Streit liegen bleiben und keine Lösung gefunden wird, wir uns weigern unterzuordnen, dann gehen wir unter!

Wenn die eigene Meinung höher gewichtet wird als der Erhalt der Einheit, dann kommt es schnell zu Zankereien und Spaltungen. Deshalb ist es wichtig, dass gottgegebene hierarchische Ordnungen eingehalten werden(die leider auch von machthungrigen Manipulatoren missbraucht werden können) und gottgewollte Leiterschaft gelebt wird. Das hat zur Folge, dass man im Dialog in Liebe um eine Meinung ringen kann, der Entschluss jedoch von einem Leiter getroffen wird und durch eine aktive Unterordnung der Teammitglieder die Einheit im Team wieder steht.

Dabei kann es auch sein das nicht jeder mit dieser Meinung einher gehen kann, die Einheit wird aber gewahrt. In der deutschen Kultur (vor allem nach der „Kritischen Theorie“ der Frankfurter Schule) ist das Denken der Bibel hier ein absoluter Kulturschock! Wird eine angebliche Einheit durch mürrische Unterordnung durch Geschwätz oder üble Nachrede aufgrund von Meinungsverschiedenheiten oder persönlichen Verletzungen vergiftet, wird die Einheit spätestens in Zeiten höherer Belastung zerbrechen und großen Schaden für die Sache verursachen.

Fehlende Einheit ist auch immer ein Zeichen für fehlende Liebe und fehlende Ehre.

Zwar gibt es jede Menge Leiterschaftsmethoden um Transparenz zu schaffen, Vertrauen zu gewinnen oder Dialoge zu führen, aber ohne eine Kultur der liebevollen Unterordnung im Team, vertrauensvollen Leitern, Geschwätz oder fehlender Eigeninitiative der Mitarbeiter wird jede Einheit daran zerbrechen.

Ein gutes Beispiel für den Untergang ohne Einheit und die Notwendigkeit von Führung ist eine andere Art von „Einheit“:

Die Militäreinheit.

Wenn eine Militäreinheit nicht geschlossen gegen den Feind auftritt und den Kommandos ihres Vorgesetzten folgt, sondern mit Streitereien und Machtkämpfen in den eigenen Reihen beschäftigt ist, wie wahrscheinlich ist es, dass diese Militäreinheit den Kampf gewinnt?

Und steht eine Gemeinde nicht auch in einem geistlichen Kampf?

Noch ein weltliches Zitat:

Man kann keine Einheit erzielen, wenn man sich gegenseitig auf die Füße tritt. (François Mitterrand (1916-96), frz. Politiker, 1981-95 Staatspräs.)

God bless you.

Euer Jonas Reinöhl

Am Limit

Das Leben ist eine herausfordernde Geschichte.

Du wirst nicht gefragt, ob du auf diese Welt kommen willst, sondern du wirst auf eine wundervolle Art und Weise von zwei (hoffentlich) sich liebenden Menschen gezeugt. Du entstehst aus zwei winzigen, sich auf wundersame Weise vermehrenden, Verbünden von Zellen, die während eines Liebesaktes zweier Menschen aufeinandertreffen.

Irgendwann formen sich diese Zellen zu einem neuen Menschen, mit eigenem Charakter, mit individuellem Gesicht, mit individueller DNA – zu einem völlig neuen Ebenbild Gottes! Ein Wunder geschieht:

Plötzlich bist DU am Leben!

Dieses Leben bringt, neben allen Schönheiten dieser Welt, auch Herausforderungen und Leid mit sich. Herausforderungen, die du in deinem individuellen Leben auf individuelle Art und Weise zu lösen hast.

Dir begegnet Leid, das dir in deiner Individualität ganz individuell geschieht. Auch wenn es anderen auch schlecht gehen sollte, nimmst nur du dein persönliches Leid, so wie niemand sonst um dich herum, wahr.

Auf diese Herausforderungen und auf dieses Leid musst du reagieren. Niemand fragt, ob du das willst. Du musst es einfach tun. Und in dieser Reaktion oder diesem Lösungsprozess kann es durchaus vorkommen, dass du an die Grenzen deiner Möglichkeiten und Kräfte kommst. Es ist sogar ziemlich wahrscheinlich, dass du früher oder später an deine persönliche Grenze kommst. Dann bist du an deinem Limit. An deiner persönlichen Grenze deiner Kraft.

So wie ich.

An seinem persönlichen Limit angekommen, versteht man, wie klein man in Wirklichkeit doch ist. Dass wir nicht Gott sind, dass unsere Kraft und unsere Mittel auch erschöpft sein können. Und wir stellen uns zwangsläufig die Frage, ob sich unsere Investitionen in die Dinge dieses Lebens auch wirklich lohnen. Und das ist völlig okay!

Auf die Ursachen oder Gründe, weshalb wir an unserem Limit angelangt sind, will ich in diesem Beitrag nicht näher eingehen, auch wenn das Erkennen der Treiber und Lügen in deinem Leben wichtig für eine Lebensänderung ist. Im Moment ist mir etwas anderes wichtig:

Wenn du am Limit bist, bist du am Limit! Punkt!

Diese Akzeptanz des Limits ist in unserer Gesellschaft schwer. Wer an seinem Limit angelangt ist, hat versagt. Er war nicht stark genug, war zu weich oder zu dumm. Was für eine Lüge!

Diese Lüge treibt viele Menschen dazu, ständig über ihr Limit zu leben. Durch diesen Lebensstil setzen sie ihre Gesundheit, ihre Familie oder andere Dinge aufs Spiel. Manche bezahlen am Schluss sogar mit ihrem Leben. Lügen können uns so lange treiben, bis wir völlig erschöpft und im schlimmsten Fall tot zusammenbrechen.

In der Bibel lesen wir viele Geschichten von Menschen, die an ihre persönlichen Grenzen gestoßen sind! Und der Umgang mit unseren Grenzen lässt sich für mich in fünf Punkte zusammenfassen.

  1. Akzeptiere es, dass du an deiner Grenze angekommen bist und kapituliere!

Es ist völlig okay, dass du an deinem Limit angekommen bist. Du hast viel geleistet und deine Kraft ist jetzt aufgebraucht. Du bist genauso limitiert und begrenzt wie alle anderen Menschen auf der Welt. Kapituliere in Frieden!

  1. Gönn dir eine Pause und verdamme dich nicht!

Jetzt ist es wichtig, innezuhalten und Pause zu machen. Schwäche ist keine Schande und Selbstverdammnis oder Selbstanklage machen alles nur noch schlimmer! Gib dir Gnade!

  1. Suche die Nähe zu Gott und warte auf Ihn!

Das einzige Wesen in unserem Universum, das nicht limitiert ist und über unerschöpfliche Kraft und Fülle verfügt, ist Gott. In seiner Nähe wirst du das finden, was du brauchst. Wenn du Gott als liebenden Vater im Himmel hast, wirst du die Ruhe finden, die du brauchst. Das ist jedoch nicht immer so einfach wie es klingt. Aber vertraue auf Ihn!

  1. Umgib dich mit Menschen, die dich verstehen und rede darüber!

An deinem Limit angekommen ist es wichtig ehrlich zu sein. Suche dir Menschen, die dich verstehen. Manchmal ist auch der Weg zu einem Arzt, Psychologen oder einem Seelsorger gut und richtig, aber Einsamkeit und Introvertiertheit sind in diesem Prozess unpassend. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es mehr Menschen gibt, die Ähnliches erlebt haben, als wir denken. Und in dieser Zeit ist ein Freund, der dich versteht und mit dem du eine ehrliche Herzensbeziehung pflegen kannst, Gold wert! Glaube mir! Ich darf das erleben!

  1. Ändere dein Tempo, aber bleibe nach einer ausreichenden Pause nicht stehen.

Jede Erfahrung mit seiner persönlichen Grenze bietet genug Gründe, um alles hinzuschmeißen. Und eine Reflektion ist gut. Frage auch Gott, ob das, was dich an dein Limit gebracht hat, noch für dich dran ist. Aufgabe sollte jedoch immer gut überlegt sein. In der Regel kann es auch sein, dass dein Tempo zu hoch war und dass in diesem Fall weniger mehr sein kann. Prüfe das für dein Leben. Ich glaube, wir stehen in diesen Situationen nicht selten vor einem Durchbruch, da WIR auf einmal nicht mehr die Kraft sind, auf die wir vertrauen, sondern durch unsere Kapitulation mehr als je zuvor auf Gottes Kraft hoffen.

Ich bin mir bewusst, dass die Punkte sich unglaublich einfach anhören, in der Situation selbst jedoch extrem herausfordernd sind. Ich selbst bin hier auch noch in einem Lernprozess und nur Gott weiß, wie lange solch ein Prozess dauert. Aber ich habe Mut und glaube, dass in der Tiefe dieser Erfahrung auch ein Schatz verborgen liegt und wir stärker aus solch einem Prozess gehen als wir hineingekommen sind.

Zum Schluss will ich dir noch einen Bibelvers aus Jesaja 40,30-31 mit auf deinen Weg geben, der mich selbst immer wieder ermutigt:

Die Jungen werden müde und matt, junge Männer stolpern und stürzen. Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft, sie bekommen Flügel wie Adler. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt.

Sei ermutigt! Gott Segne Dich!

Dein Jonas Reinöhl

 

Sei Still!

Es ist März, so langsam kommt der Frühling – wie jedes Jahr. Wir rechnen fest damit, dass es so wird wie jedes Jahr. Der Ablauf wird vermutlich so sein wie immer. Die Blumen gehen auf, die Vögel kommen wieder, das neue Leben, welches der Frühling mit sich bringt, wirkt dem Trübsal des Winters entgegen.

Die Natur erhebt sich wieder aus ihrem Winterschlaf und tut das, was sie am besten kann und wofür sie geschaffen wurde: sie wächst, gedeiht und bringt Frucht.

Je länger ich beim Schreiben über dieses „normale“ Ereignis nachdenke,desto mehr Ehrfurcht ergreift mich über dieses phänomenale Schauspiel, dem ich als Mensch dankend ausgesetzt bin. Was wäre, wenn es mal nicht so wäre? Was hat sich Gott dabei gedacht, als er den Frühling schuf? Ich muss schmunzeln, da ich merke, dass ich beim Nachdenken wieder über ein großes Geheimnis Gottes gestoßen bin.

Die Möglichkeit der künstlerischen Interpretationen des Frühlings ist wohl grenzenlos. Die Gedichte und Schriften über die Schönheit des Frühlings sind nicht mehr zu zählen. Und genau diese Schönheit der Schöpfung ist es, die Evolutionstheoretiker auch noch heute vor ein unlösbares Rätsel stellt.

Schönheit ist nicht logisch, Schönheit ist überflüssig und anscheinend nutzlos. Doch wenn wir der Schönheit nachfühlen, merken wir doch, dass etwas in uns darauf anspricht, sodass wir uns freuen, staunen, aufatmen und die Schönheit genießen.

Und das alles, obwohl wir dafür keine Minute gearbeitet haben.

Das Leben verbirgt, bei all den Herausforderungen, vor denen wir als Menschen in einer gefallen Welt stehen, auch eine Fülle der Schönheit. Eine Schönheit, für die wir nichts geleistet haben, eine Schönheit, die uns als Teil der Schöpfung mit einbezieht.

Gott hat die Schöpfung zu einem guten Ende gebracht. Doch nicht nur zu einem guten Ende, sondern ebenso zu einem Schönen – auch wenn diese Schönheit durch den Sündenfall angefochten wird.

Trotzdem, oder besser gesagt, genau deshalb bete ich, dass wir im kommenden Monat,  im Anbruch des Frühlings, immer wieder Momente finden, um die Schönheit der Schöpfung zu genießen.

Und ich bete, dass dieser Genuss uns zum Lobpreis und zur Anbetung Gottes überleitet.

In Psalm 46, Vers 11 lesen wir:

Sei still, und erkennt, dass ich Gott bin; ich werde erhöht sein unter den Nationen, erhöht auf der Erde!

Für mich ist die Schönheit der Schöpfung ein Grund mehr, Gott zu loben. Es ist jedoch sehr wichtig, dass wir vorher einmal „ablassen“ von allem, was uns treibt und beschäftigt, um zu erkennen, dass ER Gott ist.

Wenn du möchtest, kannst du noch das folgende Gebet für dich selbst in deiner stillen Zeit beten:

Vater, ich danke Dir, dass Deine Werke voller Schönheit sind und dass Du mich schön geschaffen hast! Lass mich erkennen, wie Du mich siehst, und dass die Schönheit, die Du in die Welt gelegt hast, auch in mir selbst zu entdecken ist, auch wenn ich es oft nicht glaube. Gib mir einen neuen Blick für Deine Schönheit, und lass mich die Ruhe im Alltag finden, um zu erkennen das DU Gott bist und Dir alle Ehre gebührt. Vor allem in dieser wertvollen Frühlingszeit. Dir sei Lob, Ehre und Anbetung.

Halleluja! Amen.