Die verborgene Kraft von Weihnachten

Für mich persönlich ist Adventszeit ja eine stressige Zeit.

Das spüre ich jedes Jahr aufs Neue.

Egal ob Geschenke-, Planungs-, Verkehrs-, Jahresabschluss- oder Familienstress – Weihnachten und die Zeit davor sind anstrengend.

Und deshalb wundert es mich nicht, weshalb manche Menschen auch froh darüber sind, wenn diese Zeit wieder vorbei ist.

Und neben den ganzen stressigen Dingen wird man noch von der Industrie mit blinkenden und knallrotfarbigen, mehr oder weniger marketingtauglichen Weihnachtsplakaten überschüttet, die einem sagen wollen, dass es unbedingt ganz wichtig ist, dass man durch den Kauf dieser Dinge das Fest der Liebe und der Familie oder das Fest des Weihnachtsmannes ganz toll verbringt.

Und so findet man sich dann völlig überladen in der Vorweihnachtszeit oder dem Advent wieder.

Aber worum geht es denn im Advent?

Eigentlich geht es darum, dass man aktiv auf Weihnachten wartet und sich mental darauf vorbereitet.

Aber worum geht es denn an Weihnachten?

An Weihnachten feiern wir die Geburt von Jesus Christus, die unter anderem von dem Prophet Jesaja ca. 700 Jahre vorher prophezeit wurde.

„Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.“ Jesaja 9,5

So ähnlich klingt auch der Text, den die Engel den Hirten bei der Geburt Jesu verkünden:

„Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“

Es geht um die Geburt von Christus. Aber wer ist Christus? Was bedeutet Christus?

Christus ist die griechische Übersetzung von „hammasiah“, was Messias oder der Gesalbte bedeutet. Der Gesalbte ist auch eine Bezeichnung für König oder Herrscher.

In den Büchern der Propheten in der Bibel gibt es immer wieder die Verheißung auf einen König, der ein Königreich aufrichten wird, das Gerechtigkeit und Schutz auf diese Erde bringen wird. Dieses Königreich soll den ursprünglichen guten Zustand, den sich Gott für die Menschen gedacht hat, wiederherstellen. Der Garten Eden wird als Zustand über der Welt neu entfaltet. Dort wird es kein Leid und keinen Tod mehr geben.

Und Jesus Christus, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern, war derjenige, der mit der Aufrichtung dieses Reiches begonnen hat.

Durch unseren Glauben an ihn, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung können wir zu Gott „Vater“ sagen und neu in eine Beziehung mit Gott treten. Durch Jesus können wir Gottes Kinder sein und als seine Kinder bauen wir aktiv in unserem Umfeld an seinem guten Reich weiter, bis Jesus wiederkommt. Das können wir durch seinen Geist und auch nur Stück für Stück. Aber wir glauben daran, dass Jesus wiederkommt und das Reich Gottes vollkommen herstellen wird.

Die Geburt Jesu sorgte vor ca. 2018 Jahren für große Freude, die im Lobpreis Gottes ihre Vollendung fand. Menschen, die verstanden haben worum es an Weihnachten ging, freuten sich unglaublich und lobten Gott dafür.

Wenn wir verstanden haben, was Gott an Weihnachten getan hat, können wir nicht anders als uns zu freuen und Gott zu loben!

Das ist die Kraft, die in Weihnachten verborgen liegt!

Ich will mir in der Adventszeit neu bewusstmachen, worum es eigentlich geht. Nicht um gutes Essen, Glühwein, Familientreffen.

In Anlehnung an C.S. Lewis habe ich den Sinn von Weihnachten wie folgt zusammengefasst:

Gott hat seinen Sohn Mensch werden lassen, damit die Menschen Kinder Gottes werden können. Jesus hat in dieser Welt den Prozess der Ausbreitung des Reiches Gottes und die damit verbundene Wiederherstellung der Welt begonnen, die bis heute Auswirkungen haben. Wir sind an diesem Prozess beteiligt und bauen sein Reich bis Jesus selbst durch seine zweite Ankunft diesen Prozess abschließen wird. Dann wird kein Leid mehr sein und den Tod wird es nicht mehr geben. Alles aus Liebe von Gott zu seinen Menschen.

Gott segne Euch!

Euer Jonas Reinöhl

 

 

 

 

 

PS: Eine gute Zusammenfassung über den Messias findest Du auch hier in diesem Video. Dann wird Dir vielleicht einiges klar, was in meinem Beitrag noch Fragen aufgeworfen hat. 😉 Danke!

 

EIN GEBET – ZUR BESINNUNG

Beim Gebet in stressigen Zeiten ist mir das richtige Umfeld wichtig. Ich will dir vor dem Gebet, einige Hilfestellungen geben, die mir persönlich sehr helfen (Wenn ich die Dinge einhalte ;-)).

Der richtige Ort

Suche dir einen Ort, an dem du die nächsten Minuten ungestört sein kannst. Das kann in der Natur oder im Haus sein.

Ich bevorzuge dafür eine Meditationsdecke, ein Kissen oder eine Gebetsbank. So ein „Ort“ zu haben, der nur für das Gebet vorgesehen ist, kann helfen auch im stressigen Alltag die nötige Ruhe zu finden.

Musik

Um dieses Gebet wirken zu lassen, empfehle ich dir folgende Musik im Hintergrund. Ich benutze immer „In-Ear Kopfhörer“ um den Lärm der Welt auszuschalten.

Atmung

Atmen hilft sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.

Atme ein und zähle beim einatmen auf fünf, halte inne und zähle beim ausatmen auf sieben. Gern kannst du die Zahlen auch durch einfache Sätze wie „Danke Jesus“ oder „Jesus“ beim Einatmen und „mein Friede“ beim Ausatmen ersetzen. Wiederhole das sieben mal.

Dann lies dieses Gebet Wort für Wort und verbinde es innerlich mit Deiner Situation.

Gott Segne Dich

Dein

 

 

 

 

Gebet:

Vater im Himmel,

auch wenn ich das Gefühl habe, dass Du zu weit entfernt bist.

Auch wenn ich Angst habe, die Kontrolle zu verlieren.

Auch wenn mir Sorgen den Schlaf rauben.

Auch wenn mir das Chaos Schwindel bereitet.

Auch wenn meine Sicht vernebelt ist.

Auch wenn ich keinen klaren Gedanken fassen kann.

Auch wenn die Zweifel mir den Sinn rauben.

Auch wenn die Wut mich packt.

Auch wenn der Zorn an mir nagt.

 

Auch dann weiß ich mich in deiner Hand!

Auch dann steht mein Fuß auf deinem festen Grund!

 

Denn:

 

 Du bist mein Friede!

Du bist mein Sieg!

Du bist meine Freude!

Du bist mein Schutz!

Du bist meine Kraft!

Du bist mein Weg!

Du bist mein Ziel!

Meine Augen richten sich auf Dich!

Denn Du hast den Sturm gestillt!

In Jesu Namen, 

Amen!

 

Shalom.

 

Meine Reise durch den Psalm 23 Vers 4a

Psalm 23
4 Auch wenn ich wandere im Tal des Todesschattens, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir;…

Auch wenn!

David schreibt nicht: „Herr behüte mich vor dem Tal des Todesschattens“. Er ist sich bewusst, dass es Zeiten im Leben geben kann, in denen wir im Tal des Todesschattens sind.

David schreibt das, obwohl er kurz vorher erwähnt, dass ihm „nichts mangeln wird“. David zeigt die Spannung auf, in der wir uns im Leben oft befinden. Auf der einen Seite erleben wir Gottes Segen und seine Versorgung, und auf der anderen Seite gibt es Situationen, in denen es scheint, als hätte Gott uns vergessen. Möglicherweise befindet sich David auch in dem Moment, als er diesen Psalm schreibt, in solch einer Situation. Auffallend ist jedoch, dass David nicht in Panik ausbricht oder an Gott zweifelt, sondern sich positioniert und ausrichtet.

David ist sich bewusst, dass es schwere Zeiten gibt, aber…

…David verzweifelt nicht, sondern richtet sich aus!

[Todesschattens] Im Urtext: „Finsternis“, „Stockfinsternis“, „Todesschatten“ aus „Schatten“ und „Tod“, „Der Schatten, den der Tod wirft“. Es beschreibt eine undurchdringliche Finsternis, in der Gott aber auch schützen kann, und in die der Messias Licht bringt.

Dieses „Dunkle Tal“ hat es also wirklich in sich. Es ist keine kleine Unannehmlichkeit, sondern eine Sache, die einem wirklich Angst machen kann. Es geht an die Existenz. David macht sich jedoch bewusst, dass er in diesem Tal nicht alleine ist und Gott auf seiner Seite steht.

 

…fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir;…

David geht nicht davon aus, dass es Gottes Wille ist, dass er eine Menge Leid ertragen muss und im Tal campieren soll. Er schreibt nicht: „Herr ich werde als dein treuer Diener dieses Elend tragen, weil du es so willst. Ich nehme mein Kreuz auf mich und leide, weil ich leiden soll…“. David geht nicht davon aus, das Gott dunkle Täler schickt, sondern er weiß, dass er einen guten Gott hat, der ihn versorgt und es gut mit Ihm meint. Die Situation, in der er steckt, passt nicht zu dem, wie er Gott kennt.

David kennt Gott als Problemlöser, nicht als Problem-Verursacher.

David sieht deshalb selbst in dieser Extremsituation keinen Grund sieht sich zu fürchten.

David gibt der Angst bewusst eine Abfuhr, weil sein Gottesbild es zulässt.

David stellt sich auch nicht die Frage „Herr, WARUM muss ich durch dieses Tal??“ David lässt sich nicht von dem Problem verunsichern, sondern konzentriert sich auf die Lösung.

David fokussiert sich nicht auf das Problem, sondern auf die Lösung. Und die Lösung für David ist einfach: „Denn Du bist bei mir.“ 

Wenn wir jedoch Angst vor Gott haben, können wir in dunklen Zeiten keinen Frieden bei Gott finden. Oft ist die Unruhe und die Angst vor schlechten Zeiten gerade für uns Christen so schwer, weil unser Gottesbild den Satz: „…fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir;…“ nicht wahrhaftig zulässt.

Manchmal denken wir heimlich: „Hoffentlich schickt mir Gott nicht noch ein Unheil.“, oder „Was hat sich der da oben denn jetzt wieder dabei gedacht.“.

Wenn wir so denken können wir im Tal der Todesschatten keinen kühlen Kopf bewahren, sondern sind auf dem besten Weg auch noch unseren Glauben dabei zu verlieren.

Unser Gottesbild entscheidet, ob wir in Zeiten des Leides Frieden oder Verzweiflung bei Gott finden.

Ich habe auf Basis des geschriebenen den Vers folgendermaßen frei als Gebet übersetzt:

Vater, in den schweren Stunden meines Lebens will ich, statt zu verzweifeln, in deiner Nähe Frieden suchen. Es gibt keinen Grund mich zu fürchten, Du bist doch da! Hilf mir, mich auszurichten. 
Ich weiß, dass du ein Gott bist, der es gut mit mir meint. Du hast deinen Sohn für mich gegeben und Du liebst mich. Die schlechten Situationen, in denen ich mich in meinem Leben befinde, entsprechen nicht deinem Willen. Du bist in diesem Tal bei mir, und am Ende werden wir dieses Tal zusammen durchquert haben. 
Ich freue mich an deiner Güte. Danke für deinen Segen, die Kraft und den Mut, den ich nun brauche.

Ich preise Dich!

In Jesu Namen

Amen

 

Gottes Segen

Euer Jonas

 

 

 

 

 

Meine Reise durch den Psalm 23 Vers 3

Psalm 23
3 Er erquickt meine Seele. Er leitet mich in Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen.

Ich bin begeistert, dass David wieder eine Erklärung, eine Proklamation und keine Bitte formuliert. Er bittet nicht, sondern formuliert bewusst eine Wahrheit, die er möglicherweise in diesem Moment nicht spürt.

David fleht nicht, er besinnt sich!

Wenn wir den Text näher untersuchen, bekommen wir einen bereichernden Einblick in seine tiefere Bedeutung.

3 Er erquickt meine Seele.

Er [erquickt…] Im Urtext: „zurückkehren, umkehren, abwenden, zurückbringen, sich bekehren“. Die Grundbedeutung ist, nachdem man sich in eine Richtung bewegt hat, nun die entgegengesetzte Richtung einzuschlagen, bis man zur ursprünglichen Stelle zurückkehrt.

…meine [Seele.] Im Urtext: „Seele“, „Verlangen“, „Leben“, „Selbst“, „Lebewesen“. Von: [Atem] „schöpfen, aufatmen, sich erholen“. Meint NICHT die „Seele“ im griechischen Sinn, also kein separaten Teil des Menschen, sondern viel mehr den Mensch selbst, der existiert, fühlt und „auf dem Weg“ ist.

David spricht also davon, dass Gott ihn, wenn er in eine Richtung gegangen ist, von der er sich abwenden muss, zurückholt.

Diese Rückkehr oder Bekehrung führt dazu, dass er wieder aufatmen kann. Und zwar mit seinem ganzen Sein. Unruhe wandelt sich in Stille, Freude und Friede kehrt ein, und er ist wieder dort wo er sein soll.

Er leitet mich in Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen.

…der [Gerechtigkeit] Im Urtext: „Recht“, „Gerechtigkeit“, von: „Im Recht sein“, „gerecht sein“, „recht haben“, „recht schaffen“. Es bedeutet einen ethischen Standard der einer Gemeinschaft entspricht. Daraus resultiert Respekt und Heil.

Also ein Verhalten das Leben entfaltet.

Die [Pfade der Gerechtigkeit] sind also ein: „Leben im Recht“. Diese gerechte Leben, schafft eine Kultur des Respekts und des Heils. Meine Mitmenschen und die Gemeinschaft in der ich lebe, sei es eine Partnerschaft, eine Familie oder meine Kollegen, sind von dieser Gerechtigkeit unmittelbar betroffen.

Es ist mein Lebensstil der Gerechtigkeit, auf dem Gott mich führt, der Respekt und Heil hervor bringt.

…um seines [Namens] willen: Im Urtext: „Name“, „Ruf“. Der Name bürgt für das persönliche Ansehen. Der Name Gottes soll nicht missbraucht werden.

Mir fällt spontan der Name „Hipp“ Babynahrung ein. „Hipp“ wirbt mit: „Dafür stehe ich mit meinem Namen.“. Der Gründer „Claus Hipp“ steht mit seinem Familiennamen für die Qualität der Produkte ein.

Wenn es Gott um „seinen Namen“ geht, hat Gott also ein persönliches Interesse. Er führt uns nicht weil wir Ihm, mit unseren Bitten in den Ohren hängen, sondern weil er ein Eigeninteresse daran hat. Wir sind eingepflanzt in Gottes System. Wir sind Teil von etwas Größerem.

Gott will mit seinem Namen auch keine Fassade aufrecht erhalten. Gott offenbart sich durch seinen Namen. Er will nicht, dass wir Dinge über Ihn denken die nicht stimmen. Er will uns zeigen wie er wirklich ist.

Wenn es um seinen Namen geht, geht es darum, dass die Dinge so geschehen wie Gott sich das gedacht hat, weil wir dadurch erkennen wie ER ist.

Es geht in unserem Leben nicht nur um uns, sondern auch darum, das Gottes Name durch unser Leben verherrlicht wird, weil wir ein Leben leben, das Respekt und Heil entfaltet, weil ER uns auf gerechten Wegen führt.

Ich habe auf Basis dieser hebräischen Bedeutungen den Vers folgendermaßen frei als Gebet übersetzt:

Vater, du führst mich zurück, wenn ich mich verrannt habe. Du führst mich zurück an den Ort, an dem ich Frieden und Freude finde. Du führst mich zurück, an den Ort, wo ich wieder aufatmen kann und Leben finde. Du führst mich an einen Ort, wo ich wieder neue Kraft finde.

Du führst mich auf einem Lebensweg, der deiner Gerechtigkeit entspricht. Mein Leben in Deiner Gerechtigkeit führt zu Respekt und Heil, auch für mein Umfeld. Ich freue mich, dass es Dir wichtig ist. Ich freue mich, Teil deines großen Plans zu sein. Mein Leben soll dich ehren.

Ich danke Dir und preise Dich

In Jesu Namen 

Amen. 

Euer

 

 

 

 

 

Meine Reise durch den Psalm 23 Verse 1 und 2

Psalm 23
1 Ein Psalm. Von David.
Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
2 Er lagert mich auf grünen Auen,
er führt mich zu stillen Wassern.

 

1„Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“
Was für eine Zuversicht, die David am Anfang dieses Textes schreibt!
Er schreibt nicht:“Ich hoffe, dass der Herr mein Hirte ist.“ Er schreibt:“Der Herr IST mein Hirte.“
Die Konsequenz, das Gott unser Hirte ist, beschreibt David als ein Leben in der Gewissheit, keinen Mangel zu erfahren.
Wie gut ist es, wenn wir in diesem Glauben verankert sind!
Wir wissen nicht, was morgen kommen wird, jedoch wissen wir, dass Gott unser Hirte ist und wir deshalb keinen Mangel fürchten müssen.
Bei Gott finden wir Schutz, Führung, Versorgung und Leben.

 

2 Er lagert mich auf grünen Auen,
er führt mich zu stillen Wassern.
Er lagert mich auf [grünen Auen,…]:
Im hebräischen Urtext bedeutet dies: „náwáh“: „Wohnung“, „Stätte“ oder „Weideplatz“ und stammt von: : „náwáh“: „zum Ziel kommen“ oder „preisen“.

 

… er [führt mich…] Im hebräischen Urtext:“geleiten“, „führen“, „versorgen“, „langsam weiterziehen“.

 

…zu [stillen Wassern…] Im hebräischen Urtext:„Ruheplatz“,“Rastplatz“,“Ruhe“. Von: „Sich niederlassen, ruhen.“

 

Ich habe auf der Basis dieser hebräischen Bedeutungen die beiden Verse folgendermaßen frei als Gebet übersetzt:

 

„Vater, du bist auch heute wie ein guter Hirte in meinem Leben. Deshalb muss ich keinen Mangel fürchten. Bei Dir ist Leben und Versorgung für mich.
Auf meinem Weg zum Ziel, zu dem Du mich führst, gibst du mir Momente, in denen ich langsam gehen und ruhen kann. Du versorgst mich auf meiner Reise.
Du zeigst mir Orte der Ruhe und führst mich auf meinem Lebensweg in einem guten Tempo ans Ziel.
Dafür danke ich Dir und preise Dich.“
In Jesu Namen
Amen

 

Euer Jonas



Meine Reise durch den Psalm 23

Wie beginnst du deinen Tag? Mit welchen Gedanken startest du am frühen oder späten Morgen?

Ich habe eine Zeit lang kurz nach dem Aufwachen mein Handy gezückt und verschiede „online-news“ gecheckt.

In letzter Zeit merke ich jedoch, dass mir das nicht gut tut, weil die überwiegend negativen Nachrichten sich nicht wirklich motivierend und positiv auf meinen Start in den Tag auswirken. Sie bewirken sogar das Gegenteil, ziehen mich runter und machen mich traurig.

Wie wir unseren Start in den Tag gestalten, wirkt sich auf unseren ganzen Tag aus. Deshalb macht es Sinn, sich morgens mit guten, heilsamen Gedanken zu füttern.

Als ich heute Morgen, nach all den schlechten Nachrichten meine Bibel gezückt habe, lag mir der Psalm 23 auf dem Herzen. Ich habe die zwei ersten Verse studiert und war total bewegt und daraufhin auch motiviert.

In den nächsten Wochen will ich dich mit auf die Reise durch diesen Psalm nehmen. Die Beiträge werde ich in täglichen bis wöchentlichen Abständen veröffentlicht.

Ich würde mich freuen, wenn er dir genauso hilft wie mir.

Viel Motivation!

Dein Jonas

Harte Zeiten – Gutes Denken

Lesezeit: ca.8 min.

Der Titel erinnert ein wenig an die TV-Serie „Gute Zeiten – Schlechte Zeiten“ und so weit ist dieses Beispiel gar nicht hergeholt.

In diesem Beitrag geht es um die schlechten Zeiten, wobei ich das Wort „schlechte“ bewusst durch das Wort „harte“ Zeiten ersetzt habe.

Die Bibel nennt diese Zeiten „das finstere Tal“ oder „das Tal der Todesschatten“.

Wenn wir in diesem Tal sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie wir reagieren.

Unsere Reaktion ist immer ein Ergebnis unserer Denkweise – unserem Paradigma (Ein Paradigma ist eine grundsätzliche Denkweise.).

Und je nach dem WIE wir denken, bestimmt das auch WIE wir reagieren.

Wenn wir Gott in den harten Zeiten die Schuld für diese Umstände geben, werden wir bitter und deprimiert. Wir bekommen auf die Frage „Gott, warum lässt du das zu?“ keine Antwort. Ob Gott für das Leid verantwortlich ist, bleibt offen und ein Mysterium. Ich persönlich denke jedoch nicht, dass alles, was passiert, dem Willen Gottes entspricht. Der Sündenfall und das daraus resultierende Chaos ist meiner Meinung nach nicht der Wille Gottes gewesen, sondern eine mögliche Option, die eingetreten ist.

Gott war die Freiheit der Menschen so wichtig, dass er diese Möglichkeit des Sündenfalls offengelassen hat.
Wir lesen sogar in der Bibel, dass Gott es bereut hat, Menschen geschaffen zu haben, da der freie Wille und der Sündenfall so viel Übel mit sich brachten. Wir leben in einem kranken, gefallenen System der Welt. Gott wird das in Ordnung bringen und tut es schon jetzt durch den Bau seines Reiches mit uns, aber den Zeitpunkt der vollständigen Wiederherstellung kennen wir nicht.

Gott wegen dem ganzen Leid in unserem Leben anzuklagen, bringt also nichts.

Als Hiob Gott angeklagt hat, hat Gott ihm folgendes geantwortet: „Wo warst du als ich die Welt schuf?“. Das heißt für mich so viel wie: „Bitte reflektiere deine Position mir gegenüber und nimm eine hilfreiche Position ein. Fragen zu stellen, die sowieso offen bleiben, bringen dich nicht weiter.“.

Wir sind nicht Gott, wir sind Geschöpfe Gottes. Und wenn wir diese Position und diese Geisteshaltung im finsteren Tal einnehmen, haben wir die Möglichkeit, von der Entfernung von Gott in eine Partnerschaft mit Gott zu treten – wie Jesus.

In jeder harten Zeit liegt das Potential Gott auf eine neue, noch nähere, tiefere und kraftvollere Weise zu begegnen, die unsere bisherigen Erfahrungen mit Ihm übersteigen. Nur weil Gott Leid nutzen kann, um Gutes daraus zu formen, bedeutet das nicht, das Er es auch verursacht hat.

Um in schweren Zeiten Gott nicht zu verdammen, sondern mit Ihm in Verbindung zu treten, bedarf es eines anderen Paradigmas, einer neuen Denkweise, die auf wertvollen Überzeugungen beruht.

In Römer 12,2 lesen wir, dass Paulus uns ermutigt unser Denken zu erneuern. Das griechische Wort, das Paulus hier benutzt, ist „metamorphoó“ – verwandelt von „meta“ nach „morpho“.

Dieses Wort kennen einige vielleicht noch aus der Biologie. Eine Raupe wird durch die Metamorphose zu einem wunderschönen Schmetterling.

In 1.Korinther 2,16 schreibt Paulus zudem, dass wir den „Sinn Christi“ haben sollen, was so viel bedeutet wie das „Denkmuster oder Paradigma“ von Jesus.

Diese zwei Stellen sprechen davon, dass wir unser Denken von unserem aktuellen Denkmuster in das Denkmuster von Jesus verwandeln können und sollen.

Wir sollen unser Denken ändern!

Das Denkmuster von Jesus ist jedoch ziemlich gefährlich. Niemand hat die Welt so nachhaltig verändert wie Jesus es getan hat. Und dieser krassen Veränderung unterliegt ein krasses Denkmuster.

Jedes Mal, wenn Jesus mit Herausforderungen konfrontiert wurde, hat er total anders reagiert, als seine Jünger es erwartet hatten.

Als 5000 hungrige Menschen vor Ihm standen und nur ein paar Fische und Brote vorhanden waren, sagte er seinen Jüngern, dass sie den Menschen zu essen geben sollen – bitte was?

Als die Jünger mitten auf dem See in einem extremen Sturm um ihr Leben fürchteten (während Jesus schlief) und sie Jesus weckten, weil sich dachten, dass sie alle ertrinken würden, stillte Jesus den Sturm und kritisierte die Jünger danach auch noch wegen ihres „Kleinglaubens“ – bitte was?

Wir sehen, Jesus dachte ganz anders. Und wir können von Ihm lernen.

Ich glaube, dass Jesus unter anderem zwei Überzeugungen hatte, die Ihn so radikal denken ließen.

Erste Überzeugung: „Gott ist mein guter Vater, ich rechne jederzeit mit seiner Gegenwart und seinen Ressourcen.“

Jesus war total davon überzeugt, dass Gott das Wesen eines guten Vaters inne hat. Gott ist heilig und allmächtig, aber auch ein guter Vater, der jederzeit bei ihm ist und ihn mit seinen unendlichen Ressourcen zur Hilfe und zum Support steht.

Zweite Überzeugung: „Meine Definition von Wahrheit und Möglichkeit gründet sich in dem, was Gott sagt und wie er ist. Das lese ich in seinem Wort oder höre es von ihm, wenn er zu mir redet.“

Die Überzeugungen der Wahrheit, mit der Jesus die Menschen konfrontierte, beruhten auf dem, was Jesus von und über Gott wusste. Natürlich war Jesus der Sohn Gottes und kannte Gott, bevor er überhaupt auf der Welt war, aber Jesus war auch so verankert in Gottes Wort (heute Bibel), dass er Menschen damit zum Schweigen und zum Staunen brachte. Auch den Teufel schlug Jesus mit Bibelstellen in die Flucht.

Die Schrift und die Beziehung zum Vater bildete die Grundlage für Jesu Denken.

Eine der krassesten Szenen, in denen wir diese „Waffe“ der Beziehung und der Bibelmeditation sehen, ist die Situation, als Jesus halb tot am Kreuz hing.

Kurz vor seinem Tod, den er aus der Beziehung mit seinem Vater in Kauf nahm, war Jesus mit einem Psalm beschäftigt, der Ihm selbst in dieser krassen Situation Frieden gab, nämlich mit Psalm 22.

Wir lesen im Markusevangelium 15,34, dass Jesus die Anfangsworte dieses Psalms laut betete. Ich glaube, dass er im Innersten den ganzen Psalm laut betete und am Schluss mit den Worten „Es ist vollbracht.“ sein Amen dazu gab.

Hast Du mal darüber nachgedacht, woran Du in der Stunde Deines Todes denken willst?

Ich denke, dass nur Bibelverse, die uns Hoffnung auf die Ewigkeit geben, lohnenswert für diesen Moment sind. Lebensweisheiten von Sterblichen und selbst Erinnerungen tragen hier nicht mehr. Jesus wusste das vermutlich auch. Bis zu seinem Tod blieb Jesus in der Beziehung mit seinem Vater. Er verbrachte Zeit mit Gott, hörte auf die Stimme des Vaters und kannte Bibelstellen, die Ihm Weisheit und Kraft gaben.

 

Zusammengefasst:

Wir leben in einem kranken, gefallenen System der Welt. Gott will mit uns durch gute und durch harte Zeiten gehen. Damit wir in harten Zeiten mit Gott zusammenarbeiten und Ihn nicht verdammen, brauchen wir eine Denkweise wie Jesus sie hatte.

Unter anderem sind diese zwei Überzeugungen dafür extrem wichtig:

Erste Überzeugung: „Gott ist mein guter Vater. Ich rechne jederzeit mit seiner Gegenwart und seinen Ressourcen.“

Zweite Überzeugung: „Meine Definition von Wahrheit und Möglichkeit gründet sich in dem, was Gott sagt und wie er ist. Das lese ich in seinem Wort oder höre es von ihm, wenn er zu mir redet.“

Praxistipp: Nimm Dir Zeit und stell Dir konkrete Situationen in Deinem Alltag vor, in denen diese Überzeugungen eine Veränderung Deiner Reaktion bewirken würden. Schließe Deine Augen und bitte Gott, das er Dir Situationen zeigt. „Durchlebe“ diese Situationen dann in Gedanken und stell Dir die Frage, was Du hier siehst, hörst, fühlst, schmeckst und riechst. Dadurch bildet Dein Gehirn viele neue Synapsen und Du wirst Dein Denken verändern und Dein Handeln wird folgen.

Gott segne Dich.

Dein Jonas

 

 

 

 

PS: Gern kannst Du mir einen Kommentar schreiben, wenn Dir der Beitrag gefallen hat.

16 Tipps und Ideen zur Selbstliebe

Um als freie und geliebte Menschen durch das Leben zu gehen, ist es wichtig seine Gedanken auf das richtige Signal auszurichten. Dieses Signal ist die Liebe Gottes. Im 1. Johannesbrief lesen wir: „Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ 

Unsere Fähigkeit zu lieben, gründet sich also in der Liebe Gottes. Diese Liebe können wir im Alltag erfahren, wenn wir uns einige Dinge zu Herzen nehmen. Hier habe ich 16 Möglichkeiten aufgelistet die uns helfen sollen, im Alltag Gottes Liebe zu erfahren.

Tipps und Ideen:

Offene Augen!

Manchmal schenkt uns Gott im Alltag durch kleine „Zufälle“ einen Beweis, dass er bei uns ist und uns liebt. Sei offen für solche „Zufälle“ und freue Dich daran. Sei dankbar für einen plötzlich frei gewordenen Parkplatz und auch andere Kleinigkeiten!

Erinnere Dich!

In Psalm 103 lesen wir, dass wir uns daran erinnern sollen, was Gott schon alles für uns getan hat. Erinnere Dich immer wieder an die Wunder und Ereignisse, in denen du Gott erleben durftest. Das wird Dein Herz ordnen.

Nein zur Entmutigung!

Sei Dir bewusst, dass der Teufel ständig versucht Dich anzuklagen und zu entmutigen. Er will erreichen, dass Du Dich schlecht fühlst, Dich selbst vernachlässigst, miesmachst und aufgibst. Du brauchst die Wahrheit, um Dich gegen diese Lügen zu wehren. Stelle die Wahrheit über komische Gedanken in Deinem Kopf. Nimm Bibelverse, die Dich besonders bewegen und sprich sie laut aus (Am besten lernst Du sie sogar auswendig). Das ist manchmal ein Kampf, aber das ist völlig normal!

Dein Wert ist nicht abhängig von Deiner Leistung!

Sei nicht so hart zu Dir! Wenn mal was in die Hose geht, ist das halb so schlimm. Wir Menschen machen Fehler, das ist normal. Du bist und bleibst wertvoll und ein Kind Gottes! „Dad is still proud of you!“ 

Hör auf Dich zu vergleichen!

Du bist gut und Du bist schön, weil Gott Dich geschaffen hat – Punkt! Vergleichen macht Dich nur traurig! Im Vergleichen verlierst Du immer. Sei dankbar dafür, was Du hast! Jeder hat Begabungen und jeder hat Talente. Konzentriere Dich auf Dein Leben und die Verwaltung Deiner eigenen Talente. Sei so beschäftigt damit, dass Dir die Talente und das Äußere der anderen egal werden. Und wenn Du mal neidisch bist, dann feiere denjenigen, auf den Du neidisch bist. Somit wirst Du vom Gegner zum Trainer und Deine Herzenshaltung wird sich positiv verändern.

Gefahrenzonen entmachten!

Klebe Zettel mit Bibelversen, die Dich mit Liebe „füllen“, an Gefahrenzonen wie Spiegel, Kleiderschrank, Kühlschrank oder nutze das Hintergrundbild Deines PC’s oder Smartphones, um immer wieder in der Wahrheit zu bleiben. Nutze prophetische Worte, die Menschen über Dir ausgesprochen haben und ermutige Dich selbst damit.

Meditiere morgens über dem Wort Gottes!

Bevor der Tag mit allen Herausforderungen startet, nimm Dir Zeit, um „in der Wahrheit“ zu bleiben. Danke Gott, dass er bei Dir ist und mit Dir geht.

Sprich die Weisungen aus meinem Gesetzbuch ständig vor dich hin und denke Tag und Nacht darüber nach, damit dein ganzes Tun an meinen Geboten ausgerichtet ist. Dann wirst du Erfolg haben und wirst alles, was du beginnst, glücklich vollenden.“ – Josua 1,8

Lass Dich von Gott trösten!

Du fühlst Dich schlecht und das wird meistens nicht von alleine besser. Wenn Du Dich schlecht fühlst, dann suche Gott, höre auf seine Stimme und lass Dir sagen, was er über Dich denkt. Suche nach einem Vers oder einen Psalm, der in Deiner Situation Dein „Herzensschrei“ trifft. Du kannst auch ein Lied singen, das von seiner Liebe handelt. Sing es nicht, weil Du Dich danach fühlst, sondern singe es, weil es trotzdem wahr ist. Dein Gefühl wird sich verändern. Loben zieht nach oben!

Umgebe Dich mit Menschen, die Dich lieben und für Dich beten, wenn Du Dich selbst schlecht fühlst!

Du bist nicht alleine! Und es ist gut nicht alleine zu sein! Gott kann uns durch Menschen wunderbar dienen! Nimm Kontakt mit Leuten auf und umgebe Dich mit Menschen. Gemeinschaft tut gut!

Sei authentisch in Deinen Prozessen!

Versuche keine Maske aufzuziehen. Jeder ist in irgendeinem Prozess mit Gott. Rückzug und Scham verhindern das Weiterkommen enorm. Erwarte nicht, dass Menschen in Dein Herz schauen können. Sprich mit Menschen, die Dich lieben, über Deine Kämpfe und über die Lügen, die Du glaubst. Wir sind darauf angewiesen uns gegenseitig zu ermutigen und füreinander zu beten. Rückzug ist meistens kontraproduktiv. Scham hat hier keinen Platz!

Feier Dich selbst!

Und tue Dir in regelmäßigen Abständen etwas Gutes. Du bist es Dir Wert!

Hab Acht auf Dich selbst!

Selbst Jesus musste ab und zu alleine sein. Zu viel ist zu viel. Du brauchst mindestens einen komplett freien Tag in der Woche!

Gib Dir immer Mühe, aber mach auch mal langsam!

Es müssen nicht immer 150% sein. In der Regel wirst Du für 100% bezahlt und manchmal reichen auch 80%. Exzellenz ist gut, Perfektion nicht.

Sei dankbar in allen Dingen!

Dankbarkeit wird Dein Herz hüten und wird Dich schützen. Danken schützt vor Wanken!

Sprich gut über Dich!

Sprich gute Sachen über Dir selbst aus und vermeide Formulierungen wie „Ich schaffe das eh nicht.“ oder „Ich bin halt hässlich.“. Worte haben Macht! Du kannst stattdessen sagen: „Ich bin herausgefordert, aber Gott ist mit mir!“ oder „Auch, wenn ich im Moment nicht zufrieden mit mir bin, danke ich dir Gott das du mich wunderbar gemacht hast.“.

Gefühle sind trügerisch!

Vertraue nicht immer Deinen Emotionen. Sie sind oft verfälscht und trügerisch. Das Wort Gottes sollte Deine Wahrheit definieren. Nicht Dein Gefühl.

Viel Erfolg und viel L O V E.

Dein Jonas

Provozierender Liebesbrief

Vor einiger Zeit hat die „Lies!“-Kampagne der Salafisten zu Verwunderung und Verunsicherung geführt. Das Ziel dieser Kampagne war es, jeden deutschen Haushalt mit einem Koran zu „bestücken„. Ein Koran in Deutschland? Das kann nicht sein! Gehört da nicht eigentlich eine Bibel hin?!

Meiner Meinung nach sind die Zeiten, in denen die Bibel zur Standardliteratur des Bürgers gehörte, vorbei. Ich hab es selbst erlebt, dass sie als „von Menschen gemachtes“ Buch verstaubt oder ihren Platz im Haushalt an ein Kochbuch verloren hat.

Für uns Christen ist das eine herbe Angelegenheit, da das Wort Gottes allein durch seine eigene Dynamik „nur“ durch das Lesen viele Menschen zum Glauben geführt hat. Doch wer es nicht liest, kann auch nichts davon erfahren. Oder doch?

In 2. Korinther 3 schreibt Paulus, dass wir ein Brief Christi sind, der von allen Menschen gelesen wird; nicht nur von denen die eine Bibel haben, sondern von allen Menschen!

Wenn die Menschen schon nicht in der Bibel Gottes Botschaft lesen, dann eben in uns.

„Unser Brief seid ihr, eingeschrieben in unsere Herzen, erkannt und gelesen von allen Menschen; von euch ist offenbar geworden, das ihr ein Brief Christi seid, ausgefertigt von uns im Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf Tafeln, die fleischerne Herzen sind.“

Du bist ein Brief Christi, gelesen von allen Menschen!

Stell Dir das mal bildlich vor: auf Deinem Rücken klebt Dein Leben lang ein Zettel, den jeder, der mit Dir täglich zu tun hat, lesen könnte. Dieser Zettel zeugt von Deinem Verhalten in verschiedenen Situationen Deines Lebens. Das ist es nämlich, was in der Welt gelesen wird, Dein Verhalten.

Auf Dein Verhalten kommt es an.

Die spannende Frage an dieser Stelle ist, was für ein Brief bist Du? Bist Du ein „Theologisches Mahntraktat„, das den Menschen um Dich herum ein schlechtes Gewissen macht? Oder bist Du ein Liebesbrief Gottes an seine Kinder, die sich in der Dunkelheit der Welt verirrt haben und nach einem Ausweg suchen, den nur ihr Vater im Himmel geben kann?
Auch wenn es wichtig ist, sich gegenseitig auf Sünde hinzuweisen, ist ein provokantes Gemecker über die Fehler anderer oft kontraproduktiv als nützlich für das Reich Gottes. Der Heilige Geist ist letztendlich derjenige, der die Herzen der Menschen von Sünder überführt, nicht Du!

Was wirklich provokant in unserer Gesellschaft sein kann, ist die verschwenderische Nächstenliebe, die in unserem Glauben, in unserem Leben und in unserem Verhalten Gestalt annehmen kann. Denn es gibt nichts auf der Welt an dem es so mangelt, wie an der Liebe!

Liebe ist die Mangelware Nr.1 in unserer Welt!

Und genau da setzt auch Paulus in Epheser 5, 1+2 an, wenn er schreibt: „Sei nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder! Und wandelt in Liebe, wie auch Christus uns geliebt […] hat.

Wandeln wir in unserem Alltag in Liebe?

Wenn ich ehrlich auf mein Leben schaue dann merke ich, dass ich eben oft nicht in „Liebe wandle„. Die Fehler an anderen Menschen fallen mir auf und ich ärgere mich oft darüber. Anstatt den Vorteil Anderer zu suchen, suche ich meinen Eigenen.

Wenn wir dazu das Gleichnis des verlorenen Sohnes betrachten fühle ich mich eher wie der ältere Bruder, der grimmig seinen Vater auf die schlimmen Dinge des jüngeren Bruders hinweist, als die Liebe des Vaters für den Sünder, der umkehrt, zu teilen. Das „Ältere-Bruder-Syndrom“ ist meiner Meinung nach ein Hauptgrund dafür, dass Menschen die Kirche verabscheuen, weil sie durch die Lieblosigkeit von Christen tief verletzt wurden, statt Vergebung und Heilung zu erfahren. „Wenn die so sind, möchte ich nichts mit ihnen zu tun haben.

Es geht mir hier nicht darum, Sünde zu verharmlosen oder gar mit dem Schwamm der Liebe jedes Verhalten zu rechtfertigen. Mir geht es darum, dass bußfertige Menschen von rechthaberischen Christen regelrecht verscheucht werden können, wenn sie nicht in Liebe wandeln.

Gott freut sich immer um einen Sünder, der umkehrt und sucht immer nach dem verlorenen Schaf!

Die Sünde der Welt ist also nicht Gottes Problem – er hat es ja durch Jesus Christus gelöst – sondern Unseres. Die Liebe zu unserem Nächsten wird oft von unserer Moral blockiert. Doch weshalb haben wir mit Nächstenliebe so ein Problem?

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.“ Dies ist das größte erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Matthäus 22, 36+37

[…] WIE DICH SELBST!

Ich behaupte, dass wir nicht verstanden haben, das wir nur in dem Maße andere Menschen lieben können, wie wir uns selbst lieben.

Deine Nächstenliebe ist abhängig von Deiner Selbstliebe; Selbstliebe ist die Voraussetzung für Nächstenliebe.

Wenn wir ein Problem mit der Liebe zu anderen Menschen haben und uns fragen, weshalb wir uns mit anderen so schwer tun, müssen wir uns eine Frage stellen: Lieben wir uns selbst? Und wenn wir merken, dass wir ein Problem mit der Liebe zu uns selbst haben, dann ist es selbstverständlich, dass wir ein Problem mit der Nächstenliebe haben. Es steht nämlich nicht, das wir unseren Nächsten MEHR LIEBEN sollen als uns selbst. Und die Reise zur Selbstliebe ist eine spannende und tiefe Reise in unser Herz und an das Herz des Vaters.

 

Gebet:

Vater, ich bitte dich zu verstehen was es heißt dich und mich zu lieben. Heiliger Geist hilf mir zu begreifen wie du mich siehst, damit ich verstehe wie du meine Mitmenschen siehst und hilf mir zu einem dienlichen „Brief“ Christi zu werden.

In Jesu Namen, Amen.

Euer

Blogbeitrag zu Predigt 20.08.2017

Zum Palmsonntag – Jesus bringt Veränderung

Es ist Palmsonntag.

An Palmsonntag gedenken wir dem feierlichen Einzug Jesu nach Jerusalem. Ich beziehe mich auf den Bericht von Matthäus, auf das Matthäusevangelium – genauer gesagt auf Matthäus 21, 1-11.

Jesus kommt nach Jerusalem, erfüllt durch seinen Einzug auf einem Esel das prophetische Wort, das Sacharja ca.500 Jahre davor prophezeite und stellt dadurch den Messiasanspruch (Sacharja 9, 9): „Hier bin ich, der Messias!“

Das alles zu einer Zeit, in der Tausende von Menschen in Jerusalem aufgrund des Passahfestes waren. Dass dies weniger ein gemütlicher Einzug, als vielmehr eine provokante und aufsehenerregende Situation wurde, sehen wir in Matthäus 21, 10. Dort heißt es:

Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt […].

Dass Jesus einzieht, wird in vielen Predigten erwähnt. Es gibt ausgezeichnete Predigten von Kollegen, die all die vielen wertvollen Einzelheiten des Textes auslegen, auf die ich in diesem Beitrag weniger eingehen werde.

Ich will mich vielmehr mit einer anderen Sache beschäftigen. Und zwar damit, dass Jesus als erstes den Tempel reinigte, nachdem er feierlich eingezogen war (nachzulesen in Matthäus 21, 12-16).

Warum räumt Jesus nach seinem Einzug erstmal im Tempel auf?

Jesus jagt die Händler aus dem Tempel

12 Dann ging Jesus in den Tempel, jagte alle Händler und Käufer hinaus, stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer um
13 und rief ihnen zu: »Ihr wisst doch, was Gott in der Heiligen Schrift sagt: ›Mein Haus soll ein Ort des Gebets sein‹,2 ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus!«
14 Noch während Jesus im Tempel war, kamen Blinde und Gelähmte zu ihm, und er heilte sie.
15 Als die obersten Priester und die Schriftgelehrten seine Wundertaten sahen und die Kinder bemerkten, die auch noch im Tempel riefen: »Gelobt sei der Sohn Davids!«, wurden sie wütend
16 und fragten Jesus: »Hörst du eigentlich, was die Kinder da schreien?« »Ja, ich höre es«, antwortete Jesus. »Habt ihr denn nie gelesen: ›Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge lässt du dein Lob erklingen‹3
17 Damit ließ er sie stehen und ging aus der Stadt nach Betanien, um dort zu übernachten.

 

Ganz offensichtlich war der Tempel zu diesem Zeitpunkt in einem Zustand, der Jesus wütend gemacht hat. Weshalb sonst sollte Jesus dort „säubern“?

Wichtig ist mir, dass Jesus den Tempel von innen heraus säubert. Er stellt sich nicht außen hin und macht Randale, nein! Er wirkt von innen nach außen! Aber weshalb tut er das? Alles was wir wissen ist, dass Jesus den Tempel wieder zu einem „Bethaus“ machen will.

In Vers 13/14 lesen wir: „Es steht geschrieben (Jesaja 56, 7): »Mein Haus soll ein Bethaus heißen; ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus«. Und es kamen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel, und er heilte sie“.

Hat Jesus ein grundsätzliches Interesse daran,
Dinge wieder in einen gottgewollten Zustand zu bringen?

Jesus kommt nicht nach Jerusalem und lässt sich feiern, sondern er räumt auf! Er räumt im Tempel auf und in den Leben der Blinden und Lahmen, die er von dem Zustand „krank“, der nicht im Willen Gottes ist (Jesus wirkt nicht wider den Willen des Vaters) in den Zustand „heil“ verändert. Ich sage nicht, dass Krankheit von Gott nicht genutzt werden kann. Aber Krankheit kommt nicht von Gott! Denn Jesus hat großes Interesse daran, Dinge wieder in einen gottgewollten, heilen Zustand zu bringen! Er kam auf diese Welt, um den Zustand der Welt zu verändern!

Diese Veränderung wirkt sich auf Dinge aus wie:

Situationen – Umstände – Charakter – Regionen – Uns!

„Jesus will uns von innen heraus – durch den Heiligen Geist – zu den Menschen machen, die wir wirklich sind, um der Welt zu zeigen wer er wirklich ist.

Wenn wir ein Leben mit Jesus beginnen, wenn er in unser Leben einzieht, dann sind wir erlöst, heilig und vieles mehr. Aber das ist alles erst der Anfang!

Jesus will uns nicht nur erlösen, er will uns verändern!

Wenn wir mit Jesus leben, dann müssen wir uns auf Veränderung einstellen. Auf eine positive Veränderung! Jesus kommt in unser Leben, schenkt uns Freiheit, Zugang zu Gott und ewiges Leben – und will uns verändern!

Liebe ist unsere Motivation,
der Heilige Geist die Kraft,
Veränderung das Ziel.

Die Frage ist nur, wollen wir das? Wollen wir durch den Heiligen Geist verändert werden? Wenn wir verändert sind, wird die Welt diese Veränderung wahrnehmen! Sie wird von dieser Veränderung angezogen werden, weil wir ein Abbild davon sind, was Gott auf dieser Erde tun will! Ich sage nicht, dass wir trotz der Veränderung keine Fehler mehr machen werden, aber ich denke, dass wir mit Gottes Hilfe und einer inneren Transformation, ein Leben führen können, an dem die Welt erkennt, dass es einen Vater im Himmel gibt, der sie liebt.

Die Transformation der Welt durch uns ist ein Teil des „Reich Gottes“. Wir verändern durch die Kraft des Heiligen Geistes die Welt, damit die Welt das Reich Gottes und Gott selbst erkennt.

Wenn du willst kannst du folgendes Gebet sprechen:

Jesus, ich will dich einladen, mich durch die Kraft des Heiligen Geistes zu dem zu machen, der ich in deinen Augen bin – um der Welt zu zeigen wer du bist! Ich weiß nicht, wie du das machen wirst, aber ich wünsche mir, dass du es tust. Ich will dein Reich auf dieser Erde mit deiner Hilfe bauen. Dein Reich komme!

Amen

Gottes Segen! Euer Jonas Reinöhl

Blogbeitrag zur Predigt 09.04.2017 in der EFG-Kirchheim Teck