Harte Zeiten – Gutes Denken

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Der Titel erinnert ein wenig an die TV-Serie „Gute Zeiten – Schlechte Zeiten“ und so weit ist dieses Beispiel gar nicht hergeholt.

In diesem Beitrag geht es um die schlechten Zeiten, wobei ich das Wort „schlechte“ bewusst durch das Wort „harte“ Zeiten ersetzt habe.

Die Bibel nennt diese Zeiten „das finstere Tal“ oder „das Tal der Todesschatten“.

Wenn wir in diesem Tal sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie wir reagieren.

Unsere Reaktion ist immer ein Ergebnis unserer Denkweise – unserem Paradigma (Ein Paradigma ist eine grundsätzliche Denkweise.).

Und je nach dem WIE wir denken, bestimmt das auch WIE wir reagieren.

Wenn wir Gott in den harten Zeiten die Schuld für diese Umstände geben, werden wir bitter und deprimiert. Wir bekommen auf die Frage „Gott, warum lässt du das zu?“ keine Antwort. Ob Gott für das Leid verantwortlich ist, bleibt offen und ein Mysterium. Ich persönlich denke jedoch nicht, dass alles, was passiert, dem Willen Gottes entspricht. Der Sündenfall und das daraus resultierende Chaos ist meiner Meinung nach nicht der Wille Gottes gewesen, sondern eine mögliche Option, die eingetreten ist.

Gott war die Freiheit der Menschen so wichtig, dass er diese Möglichkeit des Sündenfalls offengelassen hat.
Wir lesen sogar in der Bibel, dass Gott es bereut hat, Menschen geschaffen zu haben, da der freie Wille und der Sündenfall so viel Übel mit sich brachten. Wir leben in einem kranken, gefallenen System der Welt. Gott wird das in Ordnung bringen und tut es schon jetzt durch den Bau seines Reiches mit uns, aber den Zeitpunkt der vollständigen Wiederherstellung kennen wir nicht.

Gott wegen dem ganzen Leid in unserem Leben anzuklagen, bringt also nichts.

Als Hiob Gott angeklagt hat, hat Gott ihm folgendes geantwortet: „Wo warst du als ich die Welt schuf?“. Das heißt für mich so viel wie: „Bitte reflektiere deine Position mir gegenüber und nimm eine hilfreiche Position ein. Fragen zu stellen, die sowieso offen bleiben, bringen dich nicht weiter.“.

Wir sind nicht Gott, wir sind Geschöpfe Gottes. Und wenn wir diese Position und diese Geisteshaltung im finsteren Tal einnehmen, haben wir die Möglichkeit, von der Entfernung von Gott in eine Partnerschaft mit Gott zu treten – wie Jesus.

In jeder harten Zeit liegt das Potential Gott auf eine neue, noch nähere, tiefere und kraftvollere Weise zu begegnen, die unsere bisherigen Erfahrungen mit Ihm übersteigen. Nur weil Gott Leid nutzen kann, um Gutes daraus zu formen, bedeutet das nicht, das Er es auch verursacht hat.

Um in schweren Zeiten Gott nicht zu verdammen, sondern mit Ihm in Verbindung zu treten, bedarf es eines anderen Paradigmas, einer neuen Denkweise, die auf wertvollen Überzeugungen beruht.

In Römer 12,2 lesen wir, dass Paulus uns ermutigt unser Denken zu erneuern. Das griechische Wort, das Paulus hier benutzt, ist „metamorphoó“ – verwandelt von „meta“ nach „morpho“.

Dieses Wort kennen einige vielleicht noch aus der Biologie. Eine Raupe wird durch die Metamorphose zu einem wunderschönen Schmetterling.

In 1.Korinther 2,16 schreibt Paulus zudem, dass wir den „Sinn Christi“ haben sollen, was so viel bedeutet wie das „Denkmuster oder Paradigma“ von Jesus.

Diese zwei Stellen sprechen davon, dass wir unser Denken von unserem aktuellen Denkmuster in das Denkmuster von Jesus verwandeln können und sollen.

Wir sollen unser Denken ändern!

Das Denkmuster von Jesus ist jedoch ziemlich gefährlich. Niemand hat die Welt so nachhaltig verändert wie Jesus es getan hat. Und dieser krassen Veränderung unterliegt ein krasses Denkmuster.

Jedes Mal, wenn Jesus mit Herausforderungen konfrontiert wurde, hat er total anders reagiert, als seine Jünger es erwartet hatten.

Als 5000 hungrige Menschen vor Ihm standen und nur ein paar Fische und Brote vorhanden waren, sagte er seinen Jüngern, dass sie den Menschen zu essen geben sollen – bitte was?

Als die Jünger mitten auf dem See in einem extremen Sturm um ihr Leben fürchteten (während Jesus schlief) und sie Jesus weckten, weil sich dachten, dass sie alle ertrinken würden, stillte Jesus den Sturm und kritisierte die Jünger danach auch noch wegen ihres „Kleinglaubens“ – bitte was?

Wir sehen, Jesus dachte ganz anders. Und wir können von Ihm lernen.

Ich glaube, dass Jesus unter anderem zwei Überzeugungen hatte, die Ihn so radikal denken ließen.

Erste Überzeugung: „Gott ist mein guter Vater, ich rechne jederzeit mit seiner Gegenwart und seinen Ressourcen.“

Jesus war total davon überzeugt, dass Gott das Wesen eines guten Vaters inne hat. Gott ist heilig und allmächtig, aber auch ein guter Vater, der jederzeit bei ihm ist und ihn mit seinen unendlichen Ressourcen zur Hilfe und zum Support steht.

Zweite Überzeugung: „Meine Definition von Wahrheit und Möglichkeit gründet sich in dem, was Gott sagt und wie er ist. Das lese ich in seinem Wort oder höre es von ihm, wenn er zu mir redet.“

Die Überzeugungen der Wahrheit, mit der Jesus die Menschen konfrontierte, beruhten auf dem, was Jesus von und über Gott wusste. Natürlich war Jesus der Sohn Gottes und kannte Gott, bevor er überhaupt auf der Welt war, aber Jesus war auch so verankert in Gottes Wort (heute Bibel), dass er Menschen damit zum Schweigen und zum Staunen brachte. Auch den Teufel schlug Jesus mit Bibelstellen in die Flucht.

Die Schrift und die Beziehung zum Vater bildete die Grundlage für Jesu Denken.

Eine der krassesten Szenen, in denen wir diese „Waffe“ der Beziehung und der Bibelmeditation sehen, ist die Situation, als Jesus halb tot am Kreuz hing.

Kurz vor seinem Tod, den er aus der Beziehung mit seinem Vater in Kauf nahm, war Jesus mit einem Psalm beschäftigt, der Ihm selbst in dieser krassen Situation Frieden gab, nämlich mit Psalm 22.

Wir lesen im Markusevangelium 15,34, dass Jesus die Anfangsworte dieses Psalms laut betete. Ich glaube, dass er im Innersten den ganzen Psalm laut betete und am Schluss mit den Worten „Es ist vollbracht.“ sein Amen dazu gab.

Hast Du mal darüber nachgedacht, woran Du in der Stunde Deines Todes denken willst?

Ich denke, dass nur Bibelverse, die uns Hoffnung auf die Ewigkeit geben, lohnenswert für diesen Moment sind. Lebensweisheiten von Sterblichen und selbst Erinnerungen tragen hier nicht mehr. Jesus wusste das vermutlich auch. Bis zu seinem Tod blieb Jesus in der Beziehung mit seinem Vater. Er verbrachte Zeit mit Gott, hörte auf die Stimme des Vaters und kannte Bibelstellen, die Ihm Weisheit und Kraft gaben.

 

Zusammengefasst:

Wir leben in einem kranken, gefallenen System der Welt. Gott will mit uns durch gute und durch harte Zeiten gehen. Damit wir in harten Zeiten mit Gott zusammenarbeiten und Ihn nicht verdammen, brauchen wir eine Denkweise wie Jesus sie hatte.

Unter anderem sind diese zwei Überzeugungen dafür extrem wichtig:

Erste Überzeugung: „Gott ist mein guter Vater. Ich rechne jederzeit mit seiner Gegenwart und seinen Ressourcen.“

Zweite Überzeugung: „Meine Definition von Wahrheit und Möglichkeit gründet sich in dem, was Gott sagt und wie er ist. Das lese ich in seinem Wort oder höre es von ihm, wenn er zu mir redet.“

Praxistipp: Nimm Dir Zeit und stell Dir konkrete Situationen in Deinem Alltag vor, in denen diese Überzeugungen eine Veränderung Deiner Reaktion bewirken würden. Schließe Deine Augen und bitte Gott, das er Dir Situationen zeigt. „Durchlebe“ diese Situationen dann in Gedanken und stell Dir die Frage, was Du hier siehst, hörst, fühlst, schmeckst und riechst. Dadurch bildet Dein Gehirn viele neue Synapsen und Du wirst Dein Denken verändern und Dein Handeln wird folgen.

Gott segne Dich.

Dein Jonas

 

 

 

 

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